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Amerikanische Obst-Pies: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Zwei verzierte Apple Pies

Amerikanische Pies – prallgefüllt mit Obst, Nüssen oder Creme, alles auf knusprigem Teig – sind für mich persönlich ein Highlight der amerikanischen Küche. Leider aber sind Pies – vor allem die Teighülle – nicht ganz einfach herzustellen. Damit ihr wisst, worauf es ankommt und wie es euch gelingt, einen knusprig-leckeren Pie herzustellen, habe ich hier einen Schritt-für-Schritt-Workshop erstellt. Mein Teig-Grundrezept für einen gedeckten Pie besteht aus 360 g Mehl, einem 1/2 TL Salz, 1 EL Zucker, je 90 g Margarine & Palmin Soft, 1 Eigelb und 5 – 8 EL Eiswasser.

Grundsätzlich gilt: Pieteig ist KEIN buttrig-süßer Mürbeteig, sondern bildet eine knusprige, fast ungesüßte Teighülle mit blättrig-schuppig-bröselndem Charakter. Der US-Amerikaner sagt dazu “flaky”. Damit der Pieteig tatsächlich “flaky” wird, verwendet ihr Margarine und Crisco (Pflanzenfett, Palmin Soft) zu gleichen Teilen und knetet den Teig keinesfalls gründlich durch.
Pie-Workshop Schritt 1

Schritt 1: Stellt alle Zutaten für den Teig bereit, nehmt das Fett (Margarine und/oder Pflanzenfett) aber erst ganz am Ende aus dem Kühlschrank. Genau wie die Eier (falls im Teig verwendet)  sollte es so kalt wie möglich sein. Gebt ein paar Eiswürfel in ein kleines Schüsselchen Wasser, auch dieses kalte Wasser braucht ihr später. Fettet eure Ihre Pieform (am besten aus Glas oder Porzellan) dünn ein.

Schritt 2: Gebt Mehl, Salz, Zucker (falls verwendet) in eine Schüssel und verteilt darauf das möglichst kalte Fett in kleinen Flocken. Arbeitet das Fett mit einem Piecutter oder mit einer grobzinkigen Gabel in das Mehl ein – einfach drücken und immer wieder umwenden. Am Ende sollten die Fettbröckchen nur noch ein bis zwei Millimeter groß sein und die Masse feinen Streuseln ähneln.

Pie-Workshop Schritt 3

Schritt 3: Fügt nun das zuvor verschlagene Ei (falls verwendet) und zunächst zwei bis drei Esslöffel Eiswasser hinzu. Rührt mit der Gabel und seht, ob der Teig beginnt, zusammen zu hängen. Falls nicht, fügt esslöffelweise weiteres Wasser hinzu und rührt so lange bis der Gabel, bis sich ein Teigklumpen zu bilden beginnt.

Pie-Workshop Schritt 4

Schritt 4: Nehmt den Teig aus der Schüssel und knetet ihn mit der Hand (höchstens ein- bis zweimal und maximal 30 Sekunden lang) zu einem runden Ballen. Es dürfen ruhig noch kleine “Fettschlieren” im Teig zu erkennen sein – die sorgen später für den blättrigen Charakter der Teighülle. Steckt den Teig in einen Plastikbeutel und legt  ihn mindestens 30 Minuten in den Kühlschank. In der Zwischenzeit bereitet ihr die Pie-Füllung zu.

Pie-Workshop Schritt 5

Schritt 5: Am besten gelingt das Ausrollen des leicht klebrigen Pie-Teiges auf Plastikfolie (auseinander geschnittene Gefrierbeutel) oder Backpapier. Legt eine Lage auf die Arbeitsfläche, darauf den Teig (ganz oder halbe Menge, je nachdem, ob ihr einen einfachen oder gedeckten Pie herstellt) und obenauf wieder Folie. Rollt mit einem Nudelholz  den Teig auf passende Größe aus. Zieht nun die obere Folie ab und “stürzt” die untere Folie mitsamt Teig (umgedreht, Teig nach unten!) in die Form, bevor ihr auch dann wieder die Folie abzieht. Natürlich könnt ihr den Teig auch auf bemehltem Untergrund ausrollen, dann aufrollen und in die Form transferieren – die erste Methode gelingt Einsteigern aber sicherlich leichter.

Pie-Workshop Schritt 6

Schritt 6: Stellt ihr einen gedeckten Pie her, lasst den Rand des Teigbodens ordentlich großzügig etwas über die Form hinaus überlappen. Er wird später über den Teigdeckel gelegt und mit diesem “zusammengeknifft”, damit er schön dicht hält. Backt  ihr einen Pie ohne Teigdeckel, schneidet den Rand oben glatt ab. Knifft ihn mit Daumen und Zeigefinger im Abstand von einem Zentimeter ein (anfassen, zukneifen und dann Finger leicht im Uhrzeigersinn drehen) , so ergibt sich ein nettes Wellenmuster. Alternativ könnt ihr den oberen Teigrand mit einer Gabel mit Linienmuster verzieren.

Pie-Workshop Schritt 7

Schritt 7: Bei einigen Pie-Rezepten (oft mit Nüssen oder Creme) müsst ihr den Teig vorbacken, damit er später nicht durchweicht oder rechtzeitig gar wird.  Dafür stecht ihr die rohe Teighülle zunächst oft mit einer Gabel ein und legt anschließend ein passendes Stück Backpapier obenauf. Füllt zum Beschweren Hülsenfrüchte ein. Sie verhindern, dass sich der Teig aufwölbt oder der Rand einsackt. Die Hülsenfrüchte lassen sich hinterher nicht mehr zum Kochen, aber beliebige Male zum Blindbacken verwenden.

 

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7 Kommentare

  • Antworten
    Andrea Gueblaoui
    15. Oktober 2018 um 10:54

    Hallo , habe im Programm eine Sendung gesehen da kam ein Kuchen Amerikanisch :,,mit Zitronen ,Eigelb ,Zitronensaft und gezuckerte Kondenslmich ,der Boden war ein Mürbteig und ist vorgebacken ,am schluß ist der steif geschlagene Eischnee darauf gekommen und wurde dann gebacken und das Rezept suche ich jetzt.
    L.G. A.Gueblaoui

  • Antworten
    Travel Tuesday: 4th of July im Regen & ein Flag-Pie
    4. Juli 2017 um 8:14

    […] den Teigzutaten nach dieser Anleitung einen Pieteig zubereiten. Den Teig teilen: 2/3 für den Teigboden, 1/3 für die Dekoration obenauf. […]

  • Antworten
    "Bake in the USA" - amerikanisch backen
    17. April 2017 um 16:31

    […] feuchter und damit noch besser für Anfänger). Beide werde ich sicher auch noch ausprobieren und mit meinem Grundrezept […]

  • Antworten
    Der weltschnellste Blueberry-Pie - mit Fertigteig
    29. April 2016 um 20:20

    […] sonst eher zur Gattung „Hohe Schule“ der us-amerikanischen Backkunst gehört, denn ein handgemachter Pie-Teig ist nicht ganz einfach zu verarbeiten. Hier also die […]

  • Antworten
    Kaffee14
    25. Juli 2012 um 19:06

    Der Teig ist einfach phänomenal! Zartknusprig und blätterig und mit einer Apfelfüllung fruchtig lecker.

    Wer – wie ich – keinen Piecutter besitzt und sich die “Gabelarbeit” sparen möchte, für den habe ich einen Tipp: Wenn ihr einen Quick-Chef besitzt, gebt das Mehl mit Zucker, Salz und Fett hinein und zerkleinert alles mit dem Schneideinsatz. Geht sehr schnell und ohne Anstrengung. Dann den Scheideinsatz entfernen und das Eigelb und das Eiswasser mit der Gabel untermengen.

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    Tante Ines
    13. Juli 2012 um 13:55

    Also ich muss schon sagen, der Kuchen sieht ziemlích lecker aus. Schade das er ein weniger aufwendig ist, aber was macht man nicht alles für einen guten Geschmack. Meine Kinder essen das gerne!LG

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