Essen gehen in USA

Okay, auf diesen Seiten geht es eigentlich darum, US-Gerichte nachzukochen oder hierzulande amerikanisch Essen zu gehen. Aber vielleicht habt ihr ja auch die Chance, in den USA die “Originale” zu kosten! Daher an dieser Stelle ein bisschen Wissenwertes zum “Essen gehen in den USA”.

Restaurants

… befinden sich am oberen Ende der Preisskala, sofern es sich nicht um kleine ethnische Restaurants (Mexikaner, Italiener, Griechen, Chinesen, Koreaner usw.) handelt. Im Restaurant solltet ihr nie einfach einen freien Tisch ansteuern, sondern das Schild “Wait to be seated” beachten: euch wird von der Hostess ein Tisch zugewiesen. Wünsche könnt ihr dabei natürlich äussern – zum Beispiel “inside or outside” (oder in meinem Fall, da wo die Klimaanlage nicht so heftig bläst!)…

Zu jedem Essen erhaltet ihr kostenlos Eiswasser (Leitungswasser, oftmals mit starkem Chlor-Beigeschmack), soviel ihr möchtet. Mineralwasser (“sparkling” oder “non-sparkling”) müsst Ihr dagegen extra bestellen und bezahlen. Auch Kaffee wird in der Regel nachgeschenkt, so oft ihr möchtet, ihr zahlt nur die erste Tasse. Alkoholische Getränke sind während der “Happy Hour”, meist am späten Nachmittag, günstiger.

Filial-Restaurants

.. gibt es in jeder Art und Couleur: Steak- und Ribrestaurants, Pancake-Häuser, Pizza-Parlours, Italiener, Mexikaner, von eher teuer bis preiswert. Zu den bekanntesten gehören Applebees, Marie Callendars, Dennys, Shoney’s (Hausmannskost), Chi-Chis, Chili’s (TexMex), Outback, Lone Star, Stuart Anderson (Steaks), Red Lobster, Sizzler (Seafood), TGI Friday und die auch hierzulange vertretenen Hard Rock Cafe und Tony Roma, bekannt für Rippchen.

Wenn ihr auf Specials achtet, könnt ihr manchen Dollar sparen: Günstig sind All-you-can-eat-Buffets zum Festpreis, Lunch-Specials zum Mittag oder “Early Bird-Specials” vor der Hauptdinnerzeit am Abend, meist von 16 bis 18 Uhr oder ähnlich.
Happy hour in flüssig: Buy two, get three!

Coffee Shops

… servieren meist deftige Hausmannskost und keinesfalls nur Kaffee und Gebäck. Verwechseln Sie sie also nicht mit einem Cafe europäischer Prägung, das ist eher eine “Coffee Bar” oder “Coffee House”. Coffee Shops sind eine gute Adresse für ein Frühstück, wenn ihr im Hotel keines bekommt oder wenn es dort zu teuer ist. Zum typischen Coffeeshop-Frühstück gehören ein Glas Grapefruit- oder Orangensaft, Eier (als Spiegelei, Rührei oder Omelette), gebratene Speckscheiben (bacon) oder Bratwürstchen (sausages), Bratkartoffeln (hash browns) und Toastbrot mit gesalzener Butter. Wer es süß mag, bestellt Pfannkuchen (pancakes), Waffeln (waffles), Müsli (muesli, granola, cereal) oder isst Muffins, Donuts oder Cinnamon Rolls (Zimtschnecken).

Delis

… bieten meist nur Stehtische und “food-to-go”, also Sandwiches, Bagel, Muffins zum Mitnehmen. Manchmal bekommt ihr hier auch Käse- und Wurstaufschnitt. Wie man in einem Deli richtig bestellt, ist eine Wissenschaft für sich: Am besten hört ihr euch an, wie die Vorgänger ordern! In jedem Fall solltet ihr den Belag (zum Beispiel Tuna Salad, Egg Salad oder ham and cheese), die Brotsorte (white, brown, rye) angeben und eventuell, ob ihr das Brot lieber ohne Majo (no mayonaise) wünscht. Oft ist Delis eine Bäckerei (bakery) oder ein Bagelshop angeschlossen – oder ist es umgekehrt?

typischer coffeeshop in WilmingtonDeli, Coffee Shop, Diner? Irgendwie alles, dieses Breakfast Cafe in North Carolina…

Diner

Was ist ein Diner? Da streiten sich selbst die US-Bürger. Ein klassisches Diner befindet sich in einer Art übergroßem Wohnwagen, einem umgebauten “Mobil Home”, ist a la 50er Jahre eingerichtet. Diner nennen sich aber auch kleine Familienrestaurants, die Hausmannskost und den ganzen Tag über Frühstück servieren. Klassische Diner sind leider eine aussterbende Gattung – bei Thrillist findet ihr eine Liste von 21 besonders besuchenswerten.

Fast Food

Wenn ihr preiswert essen möchtet, findet ihr an wirklich jeder Ecke (und in den Food Courts der Einkaufszentren) Fast Food-Joints wie Burger King, McD, Subway, Taco Bell, Sbarro Pizza, Pizza Hut, Kentucky Fried Chicken usw. Dort geht ihr in der Regel zum Counter (zur Theke), bestellt und sucht anschließend mit dem Tablett einen freien Platz.

In Flyern, Werbeheftchen oder Zeitungen finden ihr häufig Coupons mit “Buy three, get four” oder “20% off when you buy…” – habt keine Scheu, diese auch zu benutzen! “Couponing” ist Volkssport und die Kassiererin wartet, bis ihr das passende Zettelchen hervorgeholt habt.
Lecker Frühstück!

Trinkgeld (Tips)

Kaum ein Kellner oder eine Kellnerin in den USA verdient mehr als “minimum wage”, den gesetzlich festgelegten Mindestlohn. Das Trinkgeld (tip) ist also unverzichtbarer Bestandteil des Lohnes und sollte etwa 15 Prozent betragen. Den Rechnungsbetrag einfach aufzurunden, ist unüblich: Ihr bekommt passendes Wechselgeld, das ihr aufstockt und auf dem Tisch zurücklasst. In touristischen Zentren müsst ihr aber damit rechnen, dass man euch als Europäer die Entscheidung über die Trinkgeldhöhe abnimmt und gleich eine “service charge” kleingedruckt auf die Rechnung setzt. Achtet also auf diese Position!

Trinken

Bier und Wein gibt es oft auch in Supermärkten, Hochprozentigeres nur in speziellen “Liquor Stores”, wo oft ein Ausweis verlangt wird, wenn ihr noch kein fortgeschrittenes Alter erreicht habt. Liquor Stores sind in manchen Bundesstaaten am Wochenende geschlossen und das Mindestalter für Alkoholgenuss liegt zwischen 18 und 26 Jahren. In der Öffentlichkeit zu trinken, ist generell im ganzen Land verboten. Vorsicht also beim Bierchen am Strand – in einigen Indianerreservaten ist sogar der pure Besitz von alkoholischen Getränken unter Strafe gestellt. Nicht alle Restaurants haben eine “liquor license”, eine Ausschankerlaubnis für Alkohol. Seht ihr das Kürzel “BYO” (Bring your own), könnt ihr eigenes Bier oder Wein mitbringen.

Wenn man in Liquor Stores einkauft, sollte man sich die Getränke in eine Tüte packen lassen und unbedingt im Kofferraum seines Autos transportieren.

Rauchen

Dieser Absatz sollte “Nichtrauchen” heißen. Fast alle Bundesstaaten kennen sehr strenge Anti-Smoking-Gesetze, in fast keinem öffentlichen Gebäude, Bahnhof, Flughafen, Bürohaus oder Hotel in den USA darf geraucht werden. Ihr werdet also immer wieder Trüppchen von Angestellten sehen, die sich vor dem Hintereingang zusammendrängen oder Restaurantbesucher draußen auf dem Bürgersteig…

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