Über mich & das Projekt USA-K

Ich habe noch nirgendwo so schlecht gegessen wie in den USA. Powell, Wyoming, College-Cafeteria: Hackfleischsoße auf pappigen Hamburgerbrötchen, als Beilage glibbergrüne Götterspeisenwürfel in Mayodressing. Falls ihr das jemals bestellen wollt (wovon ich hiermit ausdrücklich abrate!), fragt nach “Sloppy Joe with Jell-O salad”.

Andererseits: Ich habe noch nirgendwo so gut gegessen wie in den USA. Hyannis, Massachusetts, Fischrestaurant: Hummer mit zerlassener Butter. Oder Lewiston, Montana, Blockhütte: Mega-Steak vom Grill mit gerösteten Maiskolben. Oder San Diego, Kalifornien, Strand: Ciabatta-Sandwich mit gegrilltem Gemüse und Ziegenkäse.

Und so fand ich mich unvermutet in einer kulinarischen Aufklärerrolle wieder, als ich vor über 30 Jahren (oh dear, so lange ist das schon her?) nach einem USA-Stipendium des Deutschen Bundestages ins heimische Münsterland zurück kehrte. Nein, der Amerikaner an sich isst nicht nur Hamburger hinterm Steuer oder ein Mikrowellen-Dinner vorm Fernseher. Und ja, es gibt zwar Käse aus der Sprühdose und jedes erdenkliche Fertigprodukt, aber auch noch Haushalte, in denen tatsächlich gekocht wird.

RezeptkarteIch hatte das Glück, für einige Zeit bei solchen zu landen und habe bei meinen Gastmüttern Grillfeste und Thanksgiving miterlebt, mir die Rezepte für Tamale Casserole, Flour Tortillas (siehe Bild rechts), Brownies, Blueberry Pancakes und Fried Rice notiert. Aus der Handvoll handgeschriebener USA-Rezepte wurden im Laufe der Zeit 30, dann 50, dann 80. Was lag näher, als die auch im Internet zu veröffentlichen, als ich anfing, mich privat und beruflich mit dem Thema Homepage zu befassen?

Damit war anno 1998 die Webseite usa-kulinarisch.de geboren. Heute, mehr als 20 Jahre später, umfasst sie mehr als 1000 Rezepte. Dazu kommen etwa 180 Infoartikel zu Maßeinheiten, Esskultur, Fachvokabular, Bezugsquellen für spezielle US-Produkte. 4900 Leser haben den Newsletter abonniert, und als vermeintliche „Expertin“ für amerikanisches Essen bekomme ich gelegentlich die tollsten Nachfragen: Nein, ich importiere keine Schokoriegel aus den USA, nein, ich vergebe keine Lizenzen für Kentucky Fried Chicken Filialen in Österreich und nein, ich habe nicht zufällig einen für 250 Personen berechneten Speiseplan für die Amerika-Woche einer Schulkantine in der Schublade…

Ich bin auch keine Expertin für amerikanisches Essen – nur eine Journalistin, die gerne kocht und ihre Leidenschaft für fremde Länder am heimischen Herd auslebt. Ich hoffe, ihr genießt das Lesen so wie ich das Schreiben genossen habe – obwohl (da bin ich ganz ehrlich) noch mehr genossen habe ich das Testkochen und –Essen!

Enjoy your meal – Gabi Frankemölle

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Kennt ihr den Blog schon länger? Dann erinnert ihr euch vielleicht an diese alten Designs – vom allerersten (blauer Rahmen mit rotem “Ketchupfleck”) existiert leider kein Screenshot mehr…

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USA kulinarisch anno 2014

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