Pies & Piefüllungen/ Unterwegs

#TraveltUeSdAy: Simone & Tom Sawyers Cherry Pie

USA-Rezept für Cherry Pie
Wie kann es sein, dass jemand dessen Blog Zimtkringel (also Cinnamon Roll) heisst und einige Dutzend Rezepte mit dem Stichwort USA veröffentlicht hat, noch nie in den Staaten war? Simone hat mir die Geschichte erst privat  – bei einem unserer virtuellen Zusammentreffen bei diversen Weltkoch-Bloggerevents – erzählt und jetzt auch euch. Und zwar auf ihre ganz typische Art: Mit Wortwitz, Selbstironie und zum Abschluss einem köstlichen Rezept. Schön dass du dabei bist, liebe Simone 🙂

Juhuuu, ich bin beim #traveltUeSdAy vertreten! Kein Wunder, war ich doch schon zigmal in den USA! Öhm, sozusagen.

Also gut, ich war noch nie da. Als extrem flug-unfreudiger Mensch warte ich noch auf einen mutigen Moment, um tatsächlich die Langstrecke zu wagen. Warum schreibe ich dann, dass ich schon zigmal da war? Nun ja, ich lebe von, mit und teilweise auch in Büchern, und das schon viele Jahre lang. (Huch, bin ich alt!) Schon in früher Kindheit mochte ich die Bücher gerne, die etwas mit Essen zu tun haben. Mittlerweile reihen sich hier Meter um Meter an Romanen und Kochbüchern.

USA-Rezept für Cherry Pie

In Büchern die USA & US-Küche erleben

Irgendwann in meinen Teenagertagen entdeckte ich dann die Welt der amerikanischen Literatur, und bemerkte schnell, dass dort oft herrlich nahrhafte Kapitel vorkamen. Das war spannend! Oft waren es die Romane, die in den Südstaaten spielten, die immer wieder Speisen beschrieben. Sie zogen mich magisch an und weckten meine Neugier. Man könnte also sagen, ich war schon zigmal kulinarisch in den Südstaaten, ohne je tatsächlich einen Fuß ins Land gesetzt zu haben.

Viele Rezepte fand ich schon spannend, ehe ich überhaupt wusste, worum es sich handelt. Ich sage nur Grits oder Jell-O-Salad. Lange recherchiert, nachgebastelt, probiert, wissend genickt. Yuk! Andere, wie Squirrel Stew und Fried Alligator Balls habe ich freiwillig ausgelassen. Selbst bei mir geht die kulinarische Neugier dann nur bis zu einem gewissen Punkt.

Swamp in South Carolina

Andere Gerichte dagegen begleiten mich seither: Zum Beispiel Biscuits und Gravy oder kennt Ihr frittierte Tomaten? Nun, ich habe nach der Lektüre von Fannie Flaggs Fried Green Tomatoes at the Whistle Stop Cafe wochenlang versucht, meiner Oma die unreifen Früchte ihrer geheiligten Tomatenpflanzen abzuschwatzen. Nach der Lektüre von Winstons Grooms Forrest Gump wollte ich unbedingt Krabben frisch vom Kutter frittieren und nach Rita Mae Browns Romanen hatte ich regelmäßig Lust auf Cobbler und Crispy Fried Catfish. In John Irvings Romanen nimmt Essen immer wieder wichtige Rollen ein, ja selbst in den vielen Krimis und Vampirromanen, die verdächtig oft in St. Louis angesiedelt sind, spielt die regionale Küche immer irgendwie mit.

Raddampfer auf dem Mississippi

Heute zeige ich Euch aber einen ganz einfachen Cherry Pie. Ich muss gestehen, in meiner Erinnerung hat der immer etwas mit Tom Sawyers Tante Polly zu tun. Ich sehe quasi Raddampfer, den Mississippi und Mark Twain, komplett mit weißem Anzug, vor mir. Erst bei der Recherche zu diesem Artikel ist mir aufgefallen, dass sich eine Fernsehserie aus meiner Jugend wohl tief in mein Gedächtnis eingegraben hat, denn im Buch nascht Tom Sawyer heimlich Marmelade, wo er in der Serie gleich einen ganzen Kuchen mitgehen lässt. Wie dem auch sei, it´s Cherry Pie Time!

USA-Rezept für Cherry Pie

Cherry Pie (Kirschen-Pie)

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Backen American
Von gfra Ergibt: 12 Stücke

Knusprige Teighülle, süß-säuerliche Füllung und sooo hübsch: Ein Cherry Pie ist der amerikanische Sommerkuchen schlechthin. Simone vom Blog Zimtkringel hat euch dieses von Tom Sawyer und Tante Polly inspirierte Rezept mitgebracht.

Zutaten

  • Teig:
  • 320 g Weizenmehl plus etwas mehr zum Arbeiten
  • 1 gestrichener TL Salz
  • 2 EL Zucker
  • 90 g Butter, kalt, plus etwas mehr für die Form
  • 150 g Pflanzenfett, kalt
  • ca. 120 ml sehr kaltes Wasser
  • Füllung:
  • 500 g frische oder eingelegte Kirschen, entsteint
  • 200 ml Kirschsaft
  • 2 EL Speisestärke
  • 2 EL brauner Zucker
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 30 g Butter in Flocken
  • Außerdem:
  • 1 kleines Ei zum Bestreichen des Pies
  • 2 EL brauner Zucker

Zubereitung

1

Mehl mit Salz auf einem Backbrett mischen, kalte Butter und kaltes Pflanzenfett dazu geben und mit einem großen Messer sehr klein hacken, Fette dabei in die Mehlmischung einarbeiten. Eine Mulde formen und das Wasser nach und nach zugeben, dabei alles mit Hilfe des Messers zu einem zusammenhängenden Teig verarbeiten, nicht zu lange vermengen und dann einen Teigball formen - das Fett darf gerne noch in linsengroßen Stücken sichtbar bleiben, das sorgt dann beim Backen für eine leicht blättrige Teigstruktur.

2

Teig halbieren, zu zwei flachen Scheiben formen und in Folie verpackt für mindestens 1 Stunde in den Kühlschrank legen, währenddessen Pieform gut einfetten.

3

Teig aus dem Kühlschrank nehmen, kurz Temperatur annehmen lassen, dann auf bemehlter Fläche zu einer ca. 5mm dicken, runden Teigplatte ausrollen, die einige Zentimeter größer ist, als die Form. Vorsichtig in die Form transportieren, es sollen ringsum ca. zwei Zentimeter Teig über den Rand überstehen.

4

Ein paar EL vom Kirschsaft mit der Speisestärke glattrühren, restlichen Saft mit dem Zucker und dem Vanilleextrakt zum Kochen bringen, Stärkemischung einrühren, kurz aufkochen lassen und gleich vom Herd nehmen, die Mischung dickt sehr schnell an, Kirschen zugeben und gut unterheben.

5

Mittlerweile die zweite Teigplatte zu einer dünnen Platte ausrollen, mit dem Teigroller in Streifen schneiden, Kirschfüllung in den Pieboden füllen, Butterflocken auf der Füllung verteilen und Teigstreifen als Gitter auf die Füllung legen. Überstehenden Teig abschneiden und überlappende Teigstreifen mit dem Rand zu einem schönen Rand formen.

6

Backofen auf 170° Umluft vorheizen. Teiggitter und Rand mit verquirltem Ei bestreichen, dann mit dem braunen Zucker bestreuen. Auf mittlerer Schiebeleiste ca. 60 Minuten backen, bis die Teigkruste goldbraun ist – sollte der Teig zu schnell dunkel werden, einfach mit Alufolie abdecken und fertig backen.

7

Und jetzt kommt der schwierigste Part: Pie abkühlen lassen! Dann genießen – falls irgendwo eine Kugel Vanilleeis ins Spiel kommt, würde ich dazu sicher auch nicht Nein sagen!

Notizen

Wen du wissen möchtest, wie man so ein Teiggitter flechtet - hier zeige ich das Schritt für Schritt.

Soweit zu meinem kleinen Ausflug in die Welt der Pies. Lasst es Euch schmecken! Lieben Dank an Gabi, dass ich Teil Ihrer tollen Anti-Fernweh-Sammlung sein darf.

Möchtest du wissen, welche Blogger sonst noch beim Travel Tuesday mitmachen, in welche US-Bundesstaaten die Reise(n) gehen und auf welche amerikanischen Rezepte du dich freuen kannst? Dann schau in diesen Artikel!

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1 Kommentar

  • Antworten
    Elke G.
    8. August 2021 um 9:51

    Der sieht ja wunderbar aus – ich versuche das mal mit Tiefkühlkirschen, davon habe ich noch genug!

  • Kommentieren

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