Pies & Piefüllungen/ Soul Food

Coconut Cream Pie (Kokosnusskuchen)

Rezept für Coconut Cream Pie

Cremiger Kokosnuss-Pie mit Baiserschicht oder Sahnetopping wird in den Südstaaten als Dessert serviert. Das USA-Rezept ist einfach zu backen.

Jetzt werde ich mal philosophisch: Dieses Rezept symbolisiert so ein bisschen die Entwicklung von USA-K und der Food-Blogosphäre im allgemeinen. Das  Rezept von 2005 – ein Klassiker der Südstaatenküche – ist von den Zutaten unverändert, aber wie schmucklos ich das damals präsentiert habe! In vier Halbsätzen ohne Intro, denn es muss doch wohl reichen, wenn man sagt, was reinkommt – was soll da zusätzliches Gelaber? Und Internet-Bandbreite kostet Geld und Zeit, also wurde das dazugehörige Foto (die meisten Blogs hatten gar keine!) mal eben geknipst und mit 500 Pixeln Breite hochgeladen.

Rezept für Coconut Cream Pie - Kokosnusskuchen

Und nun setzen wir mal den Stand von 2020 dagegen: Viele Foodblogger (nicht ich!) haben fototechnisch die Profis längst ein- und sogar überholt. Denn sie lichten das Motiv nicht nur perfekt ab, sie haben es auch schon perfekt gekocht / gebacken und anschließend perfekt in Szene gesetzt, Besteck, Tücher und andere Props aus ihrem reichhaltigen Fundus ausgesucht. 2005 reichte noch ein Usambara-Veilchen, das farblich (fast) passte 😉 Und was das Texten angeht? Der Blogger von heute belegt Seminare für Storytelling, ist in Sachen Suchmaschinenoptimierung geschult und bespielt täglich (mindestens) vier Social-Media-Kanäle.

Rezept für Coconut Cream Pie

Und soll ich euch mal was sagen? Der Inhalt ändert sich deswegen kein bisschen, nur die Verpackung wird schöner 😉 Also habe ich das bewährte Rezept für den Coconut Cream Pie nicht angefasst, sondern erzähl euch lieber etwas mehr dazu: Coconut Cream Pie mit Teigboden, Kokospudding und Sahne- oder Baisertopping kennt man in den USA schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Damals waren exotische Früchte wie Ananas, Bananen und Orangen „all the rage“ – die Kokosnuss stand zunächst außen vor, weil sie wenig haltbar war und man nicht wirklich wusste, was man mit dem Fruchtfleisch anfangen sollte. Das änderte sich mit der Erfindung der getrockneten Kokosraspel. Vor allem in den Südstaaten kamen diese gut an, ich sage nur Hummingbird Cake und Bounty Bars!

Für den Coconut Cream Pie braucht ihr eine vorgebackene Teighülle und den Custard kann man hierzulande gut durch Vanillepudding ersetzen. Wer nicht so gerne Baiser isst, verziert den erkalteten Kuchen später mit reichlich Schlagsahne und gerösteten Kokosraspeln. Das lässt sich auch besser schneiden.

Coconut Cream Pie (Kokosnusskuchen)

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Backen American
Von gfra Ergibt: 12 kl. Stücke

Hierzulande wäre so etwas der Kuchen zum Kaffee, in den US-Südstaaten wird der cremige Kokosnuss-Pie mit Baiserschicht als Dessert serviert. Schneidet ihn in kleine Stücke, er ist sehr mächtig.

Zutaten

  • Für die Kekskrümelkruste:
  • 175 g zerkrümelte Kekse (Butterkekse, Spekulatius, Löffelbisquits)
  • 2 EL Zucker
  • 90 g geschmolzene Butter
  • Für die Füllung:
  • 75 g Kokosflocken
  • 400 ml Kokosmilch (Dose)
  • 125 ml Milch
  • 5 EL Zucker
  • 1 Päckchen Vanillepuddingpulver
  • 2 Eier, getrennt
  • 25 ml Batida de Coco (optional)

Zubereitung

1

Für die Kekskruste alle Zutaten vermischen und fest in eine gefettete Pieform oder Springform (20, 22 oder 24 cm) drücken. Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad Ober-/Unterhitze auf der mittleren Schiene etwa 15 Minuten hellbraun backen, abkühlen lassen.

2

Kokosflocken ohne Fett auf einem Backblech im Ofen oder in einer sauberen Pfanne hellbraun rösten, beiseite stellen.

3

Vanillepuddingpulver mit 3 EL Zucker, Eigelb und etwas Milch anrühren. Restliche Flüssigkeiten (Milch und Kokosmilch) zum Kochen bringen, Puddingpulver einrühren, aufkochen lassen. Batida und Kokosflocken (1 EL zurückbehalten) unterziehen.

4

Die heiße Creme in die Teigform gießen.

5

Das Eiweiß mit 2 EL EL Zucker zu Baiser schlagen, auf die Creme streichen, mit restlichen Kokosflocken bestreuen.

6

Im heißen Ofen (200 Grad Ober-/Unterhitze) einige Minuten überbacken, bis das Baiser hellbraun ist.

7

Kuchen am besten erst nach vier bis acht Stunden im Kühlschrank anschneiden, damit er ganz fest ist.

Notizen

Wer nicht so gerne Baiser mag, verwertet die Eiweiße anderweitig und schlägt 250 g Schlagsahne mit etwas Vanillezucker und einem Paket Sahnefest als Topping auf. Auf die ganz kalte Creme streichen.

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6 Kommentare

  • Antworten
    Gerhard Weichenberger
    2. April 2018 um 13:43

    Schmeckt schon, aber was mache ich mit den 250 ml Kokosmilch aus dem Rezept?

    • Antworten
      gfra-admin
      2. April 2018 um 17:06

      Die ist bei „restliche Flüssigkeit“ doch dabei?

  • Antworten
    Katrin Mämpel
    17. November 2016 um 10:03

    Ein sehr schönes Rezept und als Nachtisch super lecker. Ich habe ihn zum Kaffee serviert und fand ihn super gelungen. Danke für das tolle Rezept.

    Gruß Katrin

    • Antworten
      gfra-admin
      17. November 2016 um 10:09

      Freut mich, dass er dir geschmeckt hat, Katrin 🙂

  • Antworten
    Lilly69
    3. Oktober 2010 um 16:35

    vom geschmack super lecker, aber ich bin zu blöd, den baiser knusprig zu bekommen!

    • Antworten
      Gabi
      2. April 2018 um 17:05

      Baiser ist doch gar nicht knusprig???

    Kommentieren

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