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Auf den Spuren der Erdnuss (und eines Präsidenten)

Plains, Georgia

++ Pressereise / Werbung ++

Peanut Butter, Pindakaas, Erdnusscreme – wie man es auch nennt, es ist der beste Schmierstoff für die Nerven, finde ich. Und jetzt weiß ich auch, wo sie her kommt und wie sie produziert wird! Gemeinsam mit Food-Bloggern aus England, den Niederlanden und Deutschland hatte ich nämlich die tolle Gelegenheit, nach Georgia zu reisen. Dort trafen sich Farmer und Offizielle zur Georgia Peanut Tour und auf Einladung des American Peanut Council hängten wir uns quasi an diese Veranstaltung an. Wir besuchten Labors, Felder, Fabriken – und trafen den wohl berühmtesten Erdnussfarmer der Welt!


Gäste & Gastgeber: Wenn ihr bei meinen Blogger-KollegInnen Tina (Lecker & Co), Victoria (BestRecipesUK), Oliver (Living BBQ), Sanne (Living the green life), Azmina (Azminanutrition), Ina (Ina isst), Elizabeth (Elizabeth’s Kitchen Diary), Emily (A mummy too), Michaela (herzelieb), Steffi (Kochtrotz) und Marina (Moinmoje) vorbei schaut, findet ihr noch weitere Berichte aus Georgia.

Der berühmteste Erdnussfarmer der Welt: Jimmy Carter

Georgia ist der Bundesstaat, aus dem 50 Prozent der US-Erdnussernte stammen. Georgia ist auch die Heimat des wohl berühmtesten Erdnussfarmers der Welt: Jimmy Carter bewirtschaftete eine 3300-Acre-Farm, bevor er Gouverneur von Georgia und schließlich  39. Präsident der USA wurde. Nach seiner Präsidentschaft (1977 bis 1981) gewann Jimmy Carter weltweit hohes Ansehen als Vermittler bei Krisen und Kriegen und erhielt 2002 den Friedensnobelpreis.

JImmy Carter, 39. Präsident der USA Plains in Georgia
Jimmy Carter lebt heute noch in seinem Geburtstort Plains, GA (780 Einwohner) inmitten von Erdnussfeldern. Und nach wie vor fühlt er sich als Erdnussfarmer und übernimmt ab und an Repräsentationsaufgaben für das American Peanut Council: “Every person that comes here and promotes peanuts and peanut butter, is a friend of mine,” begrüßte er uns bei einem Frühstück im Community Center. Unter den wachsamen Augen der Security schüttelte er Hände und wechselte ein paar Sätze mit uns Gästen.

Ex-Präsident Jimmy Carter begrüßt unsere Gruppe
Obwohl die Begegnung nur eine gute Stunde dauerte, hinterließ sie bei uns allen tiefen Eindruck: Dieser Mann ist 95, geistig offensichtlich topfit und benötigt erst seit kurzem zum Gehen einen Stock. Jeden zweiten Sonntag predigt er in der Baptistenkirche von Plains und greift beim jährlichen “Carter Work Project” für Habitat for Humanity selbst zum Hammer. Es war mir ein große Ehre, ihn zu treffen – was für ein Vorbild an Engagement, Herzlichkeit und Bescheidenheit!

Wie wachsen Erdnüsse eigentlich?

Nun, um ein Freund Jimmy Carters zu sein, werde ich jetzt also die Erdnuss promoten und erzähle euch ein bisschen über die Pflanze. Vor meinem geistige Auge habe ich sie irgendwie als Busch oder Baum gesehen.  Weil hallo – Nuss? Aber erstens sind Erdnüsse keine Nüsse, sondern Hülsenfrüchte und zweitens hätte mir das “Erd” im Namen schon einen Hinweise geben sollen… Von weitem sieht ein Erdnussfeld also aus wie ein Kartoffelfeld, von nahem erkennt man das eher erbsenähnliche Laub. Zieht man so ein Büschel aus der Erde,  hängen an den Wurzeln – auch wieder wie bei Kartoffeln – viele kleine Nüsslein.

Georgia peanut Tour

Wie werden Erdnüsse in den USA geerntet?

Auch die Erdnussernte erinnert mich an Kartoffeln: Die reifen Pflanzen werden mit einem Roder hochgepflügt, trocknen erst einige Tage auf dem Feld, bevor die nächste Maschine die Nüsse quasi abklopft. Nach einer weiteren Trocknungsphase, die im heißen Georgia in Containern an der Luft erfolgt, wandern die Erdnüsse entweder gleich in den  Verkauf oder zur Weiterverarbeitung. Spezielle Betriebe schälen und enthäuten die Nüsse – und dann ist die Erdnuss endlich bereit für ihr Schicksal als Erdnussbutter!

Erdnussernte in Georgia
Erdnüsse so weit das Auge reicht: Oben ein erntereifes Feld auf der Chase Farm (Oglethorpe, GA), unten links ein Peanut Buying Point, wo die Erdnüsse trocknen und lagern. Die grüne Fahne rechts weht über einem Versuchsfeld des National Peanut Research Lab (Cordele, GA). Dort untersuchen und optimieren Wissenschaftler Faktoren wie Anbaubedingungen, Pflanzenschutzmitteleinsatz und Sortenzucht.

 Erdnusslagerhalle Versuchsfeld Peanut Research Lab

So wird aus der Erdnuss Erdnussbutter

Damit kommen wir zu meinem zweitliebsten Programmpunkt der Reise: Dem Besuch bei Tara Foods in Albany, GA. Dort laufen pro Minute 270 Dosen Erdnussbutter vom Band – teils Eigenmarken für die Kroger Supermärkte, teils Exportware. Darüber hinaus wird der “Schmierstoff” in Riesenfässer für Großverbraucher abgefüllt und Erdnussöl gepresst. Für den Blick in die Produktionsräume mussten wir uns einkleiden wie die Astronauten, Schmuck – und natürlich auch Kameras – ablegen. Schließlich sollen weder Keime noch Fremdkörper im Glas landen.

Daher gibt es von der Produktion keine Fotos – dafür aber von der Verkostung der Erdnussbuttersorten, die bei Tara hergestellt werden. Sie reichen von supersüß -supercremig bis zu all-natural. Bei letzterer findet man auf der Zutatenliste nur noch eines: Erdnüsse. 100 Prozent, ohne Zusätze. Überhaupt steht “US Peanut Butter” immer für einen Mindestgehalt von 90 Prozent Erdnüssen. Das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man in Deutschland Erdnussbutter kauft. Denn oftmals suggeriert die Verpackung  zwar “USA”, aber der Inhalt wurde woanders hergestellt und enthält u.U. einen geringeren Nussanteil. Daher auf das Siegel achten!

 Erdnussbutterverkostung bei Tara Foods Siegel für USA Erdnussbutter
Erdnussbutterverkostung: Ich nehm sie alle, ob nun süß-salzig, mit oder ohne Stücken oder all-natural. Letztere  ist vom Mundgefühl her etwas “sandig” und muss vor der Verwendung glatt gerührt werden, da sich das Öl absetzt. Dafür punktet “all-natural” mit dem Verzicht auf jegliche Zusatzstoffe und ist daher besonders gesund.

Was in Erdnüssen steckt : Gesunde Fette!

Ja, das Wort ist abgegriffen, aber auf die Erdnuss triffts zu: Erdnüsse sind ein Superfood. Sie enthalten viele gesunde (weil ungesättigte) Fette, aber kein Cholesterin, sind reich an Ballststoffen, Antioxidantien und Magnesium. In ihnen steckt mehr Eiweiß als in allen anderen Nussarten – schon 30 g Kerne oder ein Esslöffel Erdnussbutter decken 15 Prozent des täglichen Bedarfs. Studien zeigen zudem, dass bestimmte Inhaltsstoffe der Erdnuss (Phytosterole, Niacin, Resveratol) positive Auswirkungen bei Diabetes und Alzheimer haben können. Natürlich sollte man nicht täglich handvollweise stark gesalzene, gewürzte Erdnüsse essen – aber bereits 10 bis 30 Gramm haben eine gesundheitsfördernde Wirkung.

Erdnüsse nach der Ernte
Frisch geerntete Erdnüsse und was draus werden kann: Zum Beispiel Peanut Butter Chocolate Pie oder cremiges Salatdressing. 

  Salat mit Erdnussdressing

Und was gabs außer Nüssen zu essen in Georgia?

Da wir hier bei USA kulinarisch sind, schreibe ich dazu bald einen eigenen Artikel. Rezepte habe ich natürlich auch mitgebracht – als erstes Peanut Butter Skillet Cookies, bald folgen ein Knuspermüsli mit All-Natural Peanut Butter und ein typisches Südstaaten-Gericht, Grits und Shrimps. To be continued…

Disclaimer: Für diese toll organisierte und sehr informative Pressereise nach Georgia bedanke ich mich herzlich beim American Peanut Council. Der Non-Profit-Erzeugerverband übernahm Reise- und Unterbringungskosten für unsere Bloggergruppe. Fotos: Florian Eckert (elitepix) und gfra
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8 Kommentare

  • Antworten
    Der Reisebericht zu meiner Erdnuss-Reise nach Georgia - KochTrotz | Foodblog | Genuss trotz Einschränkungen
    29. Oktober 2019 um 15:43

    […] unbedingt bei Gabi vorbei. Sie hat nicht nur einen tollen Bericht unserer Reise veröffentlicht, sondern auch schon […]

  • Antworten
    Steffi KochTrotz
    28. Oktober 2019 um 8:12

    Liebe Gabi,
    Dein Bericht ist so kurzweilig und spannend. Ich habe unsere Reise beim Lesen noch einmal genossen und die schönen Momente kamen wieder alle in Erinnerung. Also: Bei einer Wiederholung möchte ich selbstverständlich auch dabei sein.
    Hab eine gute Woche und viele Grüße
    Steffi

  • Antworten
    Ina
    17. Oktober 2019 um 17:11

    Hoch lebe die Erdnuss! Ein wirklich schöner Bericht und bei der Wiederholung möchte ich bitte auch wieder dabei sein! 😀

    Lieben Gruß aus Übersee,
    Ina

  • Antworten
    Olly
    17. Oktober 2019 um 9:36

    Das war eine tolle Reise und du hast es super zusammengefasst. 👌😁
    Gruß
    Olly

    • Antworten
      gfra-admin
      17. Oktober 2019 um 10:59

      Danke, Olly! Ja, war wirklich super organisiert und ein einmaliges Erlebnis – wenns nächstes Jahr ne Wiederholung gibt, sind wir wieder dabei, ne?? 😉

  • Antworten
    Sabine
    16. Oktober 2019 um 11:12

    Wow, tolle Fotos, war bestimmt ein tolles Erlebnis. Jimmy Carter, 95? Unfassbar…

  • Antworten
    Haydee
    16. Oktober 2019 um 9:13

    Was für ein tolles Erlebnis. Ich gebe ja zu – wie peinlich – dass ich auch dachte, Erdnüsse wüchsen an Büschen. Ich weiß gar nicht, wieso? Nun ja, jetzt bin ich ja schlauer! Was für eine spannende Reise! LG

    • Antworten
      gfra-admin
      16. Oktober 2019 um 11:11

      Danke, Haydee – ja, das war ein tolle Reise. Georgia ist wirklich ein geniales Ziel, nicht nur wenn es um Erdnüsse geht…

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