Tuna Noodle Casserole mit Nudeln, Gemüse und Thunfisch ist ein absoluter Auflauf-Klassiker. In den USA werden für die Sauce meist Fertigsuppen verwendet, frisch gekochte helle Sauce schmeckt aber viel besser.
Tuna Noodle Casserole ist in den USA ein Familien-Standardgericht und auch in altmodischen Diner-Restaurants findet man diesen leckeren, sättigenden Auflauf manchmal auf der Karte. Also echte Hausmannskost oder Comfort Food – und alles andere als leicht. Deswegen gibt es bei uns zu diesem käsigen Backofengericht üblicherweise eine ordentliche Portion frischen, gemischten Salat.
Ich gebe zu: Meine ersten Rezepte, die ich für Tuna Noodle Casserole ausprobiert habe, bestanden aus Dosengemüse und Dosensuppen (siehe unten). So stehen sie auch in den USA auch oft auf den Rückseiten von Fertigpackungen. Die Best Tuna Noodle Casserole bei Allrecipes bekommt zusätzlich obenauf noch einen Crunch aus Kartoffelchips. Wie ihr den alten Kommentaren unten (das Rezept ist in Variationen seit 2004 auf dem Blog) entnehmen könnt, hatte ich auch mal so eine Convenience-Variante des Nudelauflaufs hier veröffentlicht. Inzwischen habe ich das etwas verfeinert – und der Mehraufwand, selbst Sauce zu kochen, lohnt sich!
Seit wann gibt’s die Tuna Noodle Casserole?
Tuna Noodle Casserole tauchte in den USA erstmals um 1930 im pazifischen Nordwesten in Zeitschriften wie „Sunset Magazine“ auf, damals noch als einfacher Auflauf aus Nudeln, Thunfisch und weißer Bechamel-Soße. Ihren eigentlichen Durchbruch erlebte der Auflauf jedoch erst in den 1940er- und 1950er‑Jahren, als Campbell’s seine kondensierten Suppen – allen voran Cream of Mushroom (Pilzcremesuppe) – auf den Markt brachte und gezielt Rezepte für Thunfischaufläufe verbreitete. In der Nachkriegszeit passte der Auflauf perfekt zum Ideal der modernen, sparsamen Hausfrau: Er kombinierte haltbare Konservenprodukte, ließ sich schnell zubereiten und fütterte problemlos eine Familie oder ein Kirchen‑Potluck.
Bis Mitte der 1950er‑Jahre war Tuna Noodle Casserole so etabliert, dass Kochbuchgrößen wie James Beard eigene Varianten veröffentlichten, während Umfragen zeigten, dass die meisten US‑Haushalte mindestens einmal pro Woche zu Dosen‑Thunfisch griffen. In den 1970er‑Jahren galt der Auflauf mit Eiernudeln, Cream-of-Mushroom-Suppe, Erbsen und einer Schicht Kartoffelchips als Inbegriff der bodenständigen Mittelwestküche. Heute wird er einerseits nostalgisch als typisches Comfort Food der 50er und 70er betrachtet, andererseits in modernisierten Varianten mit frischem Gemüse, edleren Pilzen und hochwertigem Thunfisch neu interpretiert. Eine solche Light Variante habe ich auch auf dem Blog.
Tuna Noodle Casserole (Thunfischauflauf mit Nudeln)
Dieser Auflauf aus Nudeln, Gemüse und Thunfisch ist ein absoluter Casserole-Klassiker. In den USA werden für die Sauce meist Fertigsuppen verwendet, frisch gekochte helle Sauce schmeckt aber viel besser.
Zutaten
- 200 g Bandnudeln
- 40 g Butter
- 1 große feingehackte Zwiebel
- 40 g Mehl
- 225 ml Milch
- 300 bis 400 ml Hühnerfond (auch aus Instant zubereitet)
- Salz und Pfeffer, Knoblauchpulver
- 1/2 feingehackte rote Paprika
- 125 g TK-Erbsen
- 200 g weiße Champignons, in Scheibchen
- 125 g geriebener Käse (scharfer Cheddar, nicht zu milde Sorten)
- 1 Dose Thunfisch in Wasser, abgegossen
- 2 EL Paniermehl, Butterflöckchen
Zubereitung
Nudeln in gut gesalzenem Wasser knapp gar kochen, abgießen und beiseite stellen. Eine Auflaufform leicht ausfetten, Backofen auf 200 Grad vorheizen.
Zwiebeln in der Butter einige Minuten andünsten, Mehl darüberstäuben und kurz durchbraten lassen. Milch und Fond dazugeben, gut durchrühren und zu einer glatten, nicht zu dicken Soße kochen lassen, mit Salz, Pfeffer und Knoblauchsalz abschmecken.
Erbsen, Paprika und Pilze in die Sauce geben und einige Minuten köcheln lassen. Dann Nudeln mit der Sauce, 2/3 des Käses sowie zerbröseltem Thunfisch vorsichtig mischen und alles in eine gefettete Auflaufform geben.
Mit restlichem Käse bedecken, mit etwas Paniermehl bestreuen und mit einigen Butterflöckchen besetzen. Bei 200 Grad etwa 20 bis 25 Minuten überbacken, bis die Sauce brodelt und der Käse hellbraun ist.
Notizen
Dazu schmeckt ein frischer grüner Salat.





4 Kommentare
Waltraud
2. Dezember 2013 um 9:02Vielen Dank für das tolle Rezept. Jetzt weiß ich endlich, was ich mit dem Thunfisch in meiner Vorratskammer alles anstellen kann 🙂
Liebe Grüße aus Graz
Waltraud
jofloh
28. Oktober 2013 um 16:43Hab statt pilzsuppe tomatensuppe genommen, und noch mais dazugetan 😉
Mel
1. März 2012 um 10:58Sehr sehr leckerer Auflauf. Habe die doppelte Menge gemacht, da der Auflauf für 2 Tage reichen sollte. Hat super geklappt. Und ich habe anstatt der Dosensoße einfach Pilcremesoße aus der Tüte genommen.
lupo
15. Juni 2014 um 23:54Hallo Mel,
was genau meinst Du mit “anstatt der Dosensoße´´, etwa den Hühnerfond? Ersetzt Du diesen mit der Pilzcremesoße oder auch noch andere Zutaten?
Kulinarische Grüße
Lupo