Donuts

Donut-Mythen & ein Rezept für Peanut Butter Jelly Donuts

Donuts mit Erdnussbutter- und Geleefüllung

Es ist wieder Doughnutday! Ja, den gibt es tatsächlich und er hat keinen zuckersüßen, sondern einen eher ernsten Hintergrund: Der National Doughnut Day erinnert an die Frauen der Heilsarmee, die im ersten Weltkrieg nach Europa zogen, um den US-Soldaten mittels Pie und Donuts ein bisschen Heimatgefühl zu vermitteln. Dabei haben Donuts ihre Heimat gar nicht in den USA, sondern in Holland 😉 Sei’s drum – heute feiern wir fritierte Teigkringel, ganz viele deutsche Blogger machen auch mit (siehe Liste unten im Artikel) und ich nutze den Anlass, einmal mit ein paar Donut-Mythen aufzuräumen 🙂

  1. Donuts sind eine Erfindung der US-Amerikaner
    Irgendwie falsch. Fritierte Teigbällchen kennen ganz viele Kulturen der Welt – siehe hier. In die USA kamen die süßen Leckereien als “Oliekoeken” (Ölkuchen) niederländischer Siedler. Ab 1800 setzte sich der Begriff “Doughnut” (Teignuss) durch – den Namen haben die Amerikaner also tatsächlich erfunden.
  2. Alle Donuts haben ein Loch
    Falsch. Die meisten Sorten bei Dunkin Donuts & Co. haben zwar eines, aber es gibt auch die Unterart rund & gefüllt. Diese “bakery style”-Krapfen heißen in den USA Jelly Donuts und sind keineswegs nur mit Jelly gefüllt, sondern auch mit diversen Cremes.
  3. Donuts kann man auch im Ofen zubereiten
    Falsch. Da bin ich Oldschool. Und auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen: Donuts aus dem Ofenblech sind vermutlich auch lecker und haben garantiert weniger Kalorien, aber es sind Rührteigküchlein. Keine Donuts. Echte Donuts werden fritiert.
  4. Donuts müssen nicht zwangsläufig aus Hefeteig sein
    Richtig. So sehr ich sonst Hardliner bin in Sachen Donuts: Auch aus Buttermilch-Teig oder anderem Rührteig werden leckere “Cake Donuts”, sofern Punkt 2 zutrifft – fritiert sollten sie sein.
  5. Donuts backen ist kinderleicht
    Irgendwie falsch. Ich möchte euch nicht entmutigen, aber etwas Erfahrung mit Hefeteig einerseits und Fritieren von Gebäck andererseits (bzw. Besitz einer Friteuse) schaden nicht. Dann sind zumindest “normale” ausgestochene Donuts mit Loch (wie zum Beispiel diese hier) überhaupt kein Hexenwerk. Die gefüllten Peanut Butter Jelly Donuts bezeichne ich dagegen mal als “Königsklasse” des Fettgebackenen und habe daher eine besonders ausführliche Rezeptanleitung geschrieben. Damit ihr nicht (wie ich!) mit aufklaffenden Krapfen und fritierten Erdnussbutterklumpen endet 🙂

Peanut Butter Jelly Donuts - mit Erdnussbutter ud Gelee

Peanut Butter Jelly Donuts

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Von Gabi Frankemölle Ergibt: 12 Stück

Dieses Rezept ist quasi Fusion-Küche. Denn der Teig ist mein bewährter deutscher Krapfen-Teig mit Frischhefe (die treibt einfach besser als die in den USA verbreitete Trockenhefe), die Füllung dagegen ur-amerikanisch. Wenn ihr die Chance habt: Verwendet Original-USA-Erdnussbutter, die ist supercremig und herrlich süß-salzig. Ich habe das Glück, in den nahen Niederlanden problemlos an "Skippy" zu kommen.

Zutaten

  • Für die Donuts:
  • 125 ml Milch, höchstens lauwarm.
  • 1/2 Würfel Hefe (21 g, ersatzweise ein 7-g-Tütchen Trockenhefe)
  • 500 g Mehl (Typ 405)
  • 100 g Butter, geschmolzen, höchstens lauwarm
  • 40 g Zucker
  • 1 Packung Vanille-Zucker
  • 1/4 TL Prise Salz
  • 2 Eier
  • 6 TL Erdnussbutter
  • 6 TL rote Marmelade (Johannisbeergelee, Blaubeer, Kirsche)
  • Für die Glasur:
  • 100 g Puderzucker
  • 1 - 2 EL Wasser oder Amaretto
  • 4 EL gehackte Erdnüsse

Zubereitung

1

Für den Teig Milch mit Hefe verrühren. Mehl in eine Rührschüssel sieben, übrige Zutaten und die Hefemilch dazu geben und alles mit einem Handrührgerät (Knethaken) kurz auf niedrigster Stufe verrühren, dann auf höchster Stufe in etwa 5 Minuten zu einem glatten Teig verarbeiten. Den Teig zugedeckt an einem warmen Ort so lange gehen lassen, bis er sich sichtbar vergrößert hat.

2

Den Teig leicht mit Mehl bestäuben, aus der Schüssel nehmen und auf der Arbeitsfläche nochmals kurz durchkneten. Den Teig in etwa 75 g schwere Portionen teilen - ja, ich wiege das tatsächlich ab, damit die Donuts später alle gleich groß sind und auch alle gleich lang backen. Die Teigportionen zu Bällen formen und zu Kreisen ausrollen. Dabei den Rand dünner halten als die Mitte. Auf die Mitte des Teigkreises jeweils einen halben Teelöffel Erdnussbutter und Marmelade geben.

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Peanut Butter Donuts - Schritt 1

4

Nun kommt der etwas knifflige Teil der Zubereitung: Rafft die Enden des Teigkreises über der Füllung zusammen und knifft sie mit den Fingerspitzen gut zusammen. Sehr gut. Und dann nochmal. Und noch ein weiteres Mal schadet auch nicht. Am Ende solltet ihr komplett geschlossene Bälle haben.

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Legt die gefüllten Teigportionen mit der zusammen gefalteten Seite nach unten auf Backpapier und deckt sie mit einem Küchentuch ab. Lasst sie etwa 30 Minuten gehen.

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In der Zwischenzeit das Ausbackfett in einem Topf oder einer Friteuse auf etwa 180°C erhitzen, so dass sich um einen in das Fett gehaltenen Holzlöffelstiel Bläschen bilden. Jetzt die Teigbällchen vorsichtig nochmals kontrollieren, vor allem auf der Unterseite: Klafft es irgendwo auf, zeigen sich Spalten? Dann nochmals ganz vorsichtig mit den Fingerspitzen zusammenkniffen

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Gute Donuts (links), böse Donuts (rechts): Letztere werden beim Fritieren garantiert aufplatzen und dann sieht es aus wie auf dem Foto unten. Außerdem spritzt es übel!

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Die Teigstücke portionsweise mit der (unschöneren, zusammen geknifften) Unterseite nach unten in das siedende Ausbackfett geben - Grund ist, dass die Falten so gleich zusammenbacken und sich nicht öffnen können. Nach etwa zwei Minuten wenden und von der anderen Seite fertig backen. Donuts auf einem Rost abtropfen und erkalten lassen.

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Alle Zutaten für den Guss verrühren und mit einem Pinsel auf die Oberseite der Donuts streichen. Mit gehackten Nüssen verzieren.

Notizen

Notiz an mich selbst (und vielleicht auch an euch): Beim nächsten Mal werde ich die Donuts ungefüllt backen und NACH dem Backen mittels einer Gebäckspritze mit Erdnussbutter und Jelly füllen 🙂

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Bake to the roots: Donut Day Cookies
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Labsalliebe: Mini Donuts in Sirup nach persischer Art
Schnin’s Kitchen: Glasierte Donuts – der Klassiker

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20 Kommentare

  • Antworten
    Ines
    11. Juni 2019 um 13:40

    OMG. Mein wahr gewordener Donut-Traum. Es ist mit Erdnussbutter, es kann nur gut schmecken <3
    LG,
    Ines

  • Antworten
    Stephanie
    10. Juni 2019 um 20:04

    Ach herrje. Ich fange an zu sabbern, lach.
    Mega Kombi !

    LG Stephie

  • Antworten
    Jessi | Jessis Schlemmerkitchen
    7. Juni 2019 um 22:32

    Liebe Gabi,

    deine gefüllten Donuts sind jawohl der Knaller. So eine tolle Idee! Ich glaube aber auch, dass es einfacher ist, wenn man die Füllung nachher hineinspritzt. Aber ganz egal wie man es macht, sie schmecken sicherlich noch besser als sie aussehen!

    Liebe Grüße
    Jessi

    • Antworten
      gfra-admin
      8. Juni 2019 um 10:10

      Ja, beim nächsten Mal Variante B!

  • Antworten
    Conny
    7. Juni 2019 um 21:42

    Liebe Gabi,
    die schauen ganz wunderbar aus und ich würde gerne mal kosten. Danke fürs Rezept!
    Herzlichst, Conny

    • Antworten
      gfra-admin
      8. Juni 2019 um 10:10

      Aber gerne 😉

  • Antworten
    Zum #doughnutday eine Kindheitserinnerung: Natronkringel | Mein wunderbares Chaos
    7. Juni 2019 um 21:03

    […] Bread Donuts aus dem Backofen evchenkocht: Krokant-Doughnuts mit Kirschglasur USA kulinarisch: Donut-Mythen und ein Rezept für Peanut Butter Jelly Donuts Küchenmomente: Maple Bacon Doughnuts aus dem Backofen Jessis Schlemmerkitchen: […]

  • Antworten
    Susan
    7. Juni 2019 um 18:09

    Liebe Gabi,

    Oh my God! Ich habe mich in deine Donuts verliebt. Sind noch welche da, ich fahre auch direkt los, dann könnte ich es bis heute Abend schaffen bei dir zu sein 😉

    Herzliche Grüße

    Susan

    • Antworten
      Gabi
      8. Juni 2019 um 10:09

      Ich bin mitsamt Donuts im Pfingsturlaub – du musst nach Holland fahren 🙂

  • Antworten
    Britta
    7. Juni 2019 um 15:16

    Hallo Gabi,

    deine Donuts hätte ich jetzt gerne auf meinem Teller, ich denke auch das es besser ist die Füllung nach dem backen zu spritzen und ich denke die bösen Donuts haben ja eh keine Chance zu überleben und landen trotzdem im Mündchen.

    Liebe Grüße
    Britta

    • Antworten
      gfra-admin
      8. Juni 2019 um 10:11

      Ja, aber ich musst die misslungenen Exemplare sofort essen – das war nicht einfach 🙂

  • Antworten
    zorra
    7. Juni 2019 um 14:38

    Du bist aber ganz streng, ich backe meine Doughnuts trotzdem. 😉 Dafür bediene ich mich gerne bei deinen. Die sehen fantastisch lecker aus!

    Happy Doughnut Day!

  • Antworten
    Eva von evchenkocht
    7. Juni 2019 um 13:33

    Hallo liebe Gabi,
    hui, da hab ich ja gleich einiges Neues lernen können! Wo die leckeren Teilchen wirklich herkommen, zum Beispiel! Und sind wir mal ehrlich: Nur frittiert rockt so richtig im Mund für mich! Dann auch noch mit meiner heißgeliebten Erdnussbutter…. Deine Variante ist so richtig meins!
    Liebe Grüße,
    Eva

    • Antworten
      gfra-admin
      8. Juni 2019 um 10:11

      #teamfriteuse 🙂

  • Antworten
    Tina von Küchenmomente
    7. Juni 2019 um 11:42

    Hey Gabi,
    ich war gerade wirklich baff, dass du die Füllung schon vor dem Frittieren “eingebaut” hast. Mir scheint die Füllung hinterher einzuspritzen (wie bei unseren Berlinern halt) bedeutend einfacher. Aber egal in welcher Reihenfolge man die Teile nun zubereitet – sie schmecken garantiert großartig!
    Liebe Grüße
    Tina

    • Antworten
      gfra-admin
      8. Juni 2019 um 10:12

      Ich mache so selten Frittiertes (ich würde das sonst zu oft essen), daher war mir entfallen, dass “vorher” immer einen Haufen Schweinerei und extra Arbeit macht!

  • Antworten
    Maple Bacon Doughnuts aus dem Backofen | Küchenmomente
    7. Juni 2019 um 9:11

    […] Bread Donuts aus dem Backofen evchenkocht: Krokant-Doughnuts mit Kirschglasur USA kulinarisch: Donut-Mythen und ein Rezept für Peanut Butter Jelly Donuts Jessis Schlemmerkitchen: Schokoladen-Espresso Donuts mit Erdnuss-Crunch Backmaedchen 1967: […]

  • Antworten
    Marc
    7. Juni 2019 um 9:10

    Wenn man Donuts nicht backen darf, liege ich ja mal kompletttttt daneben 😛
    Tausche trotzdem gerne einen von meinen gegen einen von deinen 😉

    LG aus Berlin
    Marc

    • Antworten
      gfra-admin
      8. Juni 2019 um 10:13

      Ja, denn du hast wieder geniale Cookies gemacht 😉

  • Antworten
    Mini Donuts in Sirup nach persischer Art - Labsalliebe
    7. Juni 2019 um 9:01

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