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#7tage7blogs: Johanna von “My tasty little beauties”

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Ein Blog mit dem Motto “Kuchen geht immer” liegt ganz und gar auf meiner Wellenlänge. Und die liebe Johanna von “My tasty little beauties” tut es auch – siehe Beitrag unten 🙂  Wir haben uns bei zwei Blogevents getroffen und fanden außer Süßkrams sofort noch ein zweites Thema, das uns verbindet: Die USA. Johanna lebt seit Januar in den Staaten und macht dort durchaus zweischneidige Erfahrungen mit Essen & Esskultur. Habt ihr vermutlich auch erlebt, wenn ihr länger dort wart – mir jedenfalls ging es vor, ähem, vielen Jahren auch so. Danke für deinen wunderbaren, ausführlichen Bericht, Johanna – und natürlich fur das köstliche Rezept!

Ich lebe jetzt seit etwas mehr als zwei Monaten in den USA. In dieser Zeit durfte ich schon einige Erfahrungen mit den kulinarischen Höhen und Tiefen der amerikanischen Esskultur machen. Leider haben die Amerikaner zwar viele tolle Grundrechte in der Bill of Rights untergebracht, gutes Essen haben sie leider vergessen. Versteht mich bitte nicht falsch, man kann hier sehr gut essen, wenn man sich die Mühe macht, hinter das Fastfood, die Fertiggerichte im Supermarkt und alles, was sich als „Convenience Food“ bezeichnen lässt, zu blicken und ein wenig tiefer in den Geldbeutel zu greifen. Es gibt fantastische Restaurants, Cocktailbars und tolle regionale Produkte. Leider wird man anfangs hauptsächlich mit einer Masse an Convenience-Produkten und Fast Food konfrontiert.

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Auf Nummer sicher gehen: Burger schmeckt immer 😉

Bereits in Deutschland wurde ich oft darauf angesprochen, ob mir denn das „deutsche“ Essen fehlen würde. (Gemeint waren vor allem Würste, Brot und Aufschnitt.) Ich habe dann immer ganz ganz lapidar erklärt, dass ich das meiste Essen ja auch in Amerika kochen könnte (wie Kässpätzle) und dass ich ja außerdem ganz gerne Weißbrot und Junkfood esse. Man muss sich eben auf das Ganze einlassen. Zu diesem Zeitpunkt war mir allerdings nicht klar, dass Junkfood hier ganz neue Dimensionen bekommt.

Schon am ersten Abend ging es mit müden Augen und den (deutschen) Kollegen des Gatten in ein Restaurant. Ihr Tipp: Im Restaurant am besten Burger und Sandwich bestellen, das ist meistens gut essbar. Nach einigen Tagen Hotel, Pflichtterminen und Restaurantbesuchen, wollte ich aber gerne etwas Abwechslung und ging in den Supermarkt, um Joghurt, Äpfel und Käse zu kaufen. Nicht so kompliziert, sollte man meinen. Pustekuchen. Joghurt ohne Gelatine gab es nicht. Cheddar, Schmelzkäse und „String Cheese“ waren die einzigen Käsesorten, die ich finden konnte. Von „echtem“ Käse weit und breit keine Spur. (Inzwischen kenne ich die einzelnen Läden und weiß, wo ich meinen Käse kaufen kann. Und ja, auch die Amerikaner können anständigen Käse herstellen.)

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Käse: Viele Packungen, aber wenig Auswahl im Supermarkt (links), rechts auf dem Philly Cheese Steak

Einkaufen ist hier völlig anders als zu Hause. Meine neuen Nachbarn vergleichen mich mit Yogi Bear. Warum? Weil ich meinen Einkaufskorb benutze, statt alles in Plastiktütchen packen zu lassen. Stoffbeutel kennt man, aber ein Korb??? Da fällt man auf wie ein bunter Hund. Und beim Einkaufen fällt auf, dass Fertiggerichte und Süßigkeiten billig und in unzähligen Varianten vorhanden sind. Frische oder gar unbehandelte Produkte ohne Zusätze muss man dagegen sehr bedächtig auswählen. Denn sogar, wenn auf den ersten Blick alles passt, verstecken sich oft kleine Zusätze auf der Zutatenliste. Wasser im Fleisch, Milch mit „Vitaminen“, oder endlose E-Zusätze. Und nicht einmal bio ist hier so bio wie in Deutschland. Ich musste mir hier erst einmal angewöhnen, immer das Label genau zu studieren, bevor ich etwas kaufe. Einfach naiv anzunehmen, dass nur Käse drin ist, wenn Käse draufsteht, das habe ich mir abgewöhnt.

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Ein typischer Einkauf: Plastiktüten und Plastikbehälter en masse…

Man weiß eben erst, was man hat, wenn man es nicht mehr hat. Wie das deutsche Trinkwasser. Wasserhahn auf und prost. Das machen die Leute hier auch. Sogar in vielen Restaurants bekommt man Leitungswasser. Nur fühlt sich das für mich leider immer so an, als hätte ich im Schwimmbad einen kräftigen Schluck Chlorwasser erwischt. Unsere amerikanischen Freunde dachten erst, wir würden sie veräppeln, als wir meinten, wir würden das Wasser nicht trinken, weil Chlor darin ist. Nicht vielem Hin und Her meinte jemand schließlich resigniert: „Und wir setzen uns für sauberes Trinkwasser in Afrika ein…“

Den 0/8/15 Amerikaner scheint es nicht zu interessieren, was genau er isst, Hauptsache, es ist convenient, vorzugsweise frittiert oder überbacken (messy darf es ruhig sein) und mit nicht allzu viel Gemüse verschandelt. Wer sich kein Fertiggericht kaufen, aber trotzdem nicht allzu viel Aufwand betreiben möchte, der kann fast alle Gemüsesorten und Lebensmittel bereits kleingeschnitten, vorbereitet und portioniert erwerben. „Gemüse“ beschränkt sich dabei vor allem auf Brokkoli, Paprika, Pilze und Avocado. Alles andere ist erst einmal suspekt. Wir waren mit den neuen amerikanischen Kollegen essen, es war ein exzellenter Grieche. Der Gatte und ich fanden die kreativen Gemüsebeilagen super, die Kollegen stocherten nur darin herum.

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Vorgeschnittenes “frisches Gemüse” im Supermarkt. Das gibt es natürlich auch für Obst…

Bei der Wohnungssuche wurde mir dann auch wieder klar, wo die Prioritäten liegen. Wir mussten feststellen, dass bei sämtlichen Apartments das Hauptaugenmerk in der Küche auf der Mikrowelle liegt. Das Standardmodell ist so groß wie mein deutscher Backofen und definitiv neben dem großen Kühlschrank DAS Centerpiece. „Leider“ wollte ich jetzt aber auch einen akzeptablen Herd haben. Nach der zweiten Wohnungsbesichtigung musste ich die Sache dem amerikanischen Kollegen des Gatten, der uns netterweise begleitet hat, erst einmal erklären. Das ich gerne selbst koche. Und backe. Er meinte dann nur, dass er nicht einmal eine Pfanne besitzt. Bei den nächsten Besichtigungen hat er dann immer als erstes nach dem Herd gefragt. Ich sei ein „chef“ (also Koch) und würde gerne selbst kochen…

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Cupcake-Auswahl – natürlich mit großzügiger Cremehaube! 

Da ich ja nicht nur gerne selbst koche, sondern auch viel backe, wurden die Kollegen des Gatten auch gleich mit Backwaren beglückt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit den Grundzutaten, gab es dann Cupcakes für die ganze Bande. Ich hatte noch Bedenken, weil ich dachte, sie könnten mit der Buttercreme zu süß sein. Die Rückmeldung: sie waren „adorable“, aber es hätte ruhig ein bisschen mehr Buttercreme sein können. Merke: hier mag man es sehr süß! Und weil der Amerikaner es nicht nur süß, sondern (was Torten angeht) auch gerne etwas protzig mag, habe ich zum Schluss noch ein Zuckerle für euch: einen Oreo-Drip-Cake. Natürlich mit Schokolade, Keksen, Streuseln und (hach, ich liebe sie) Kirschen. Schließlich lebe ich zurzeit im Land der Cupcakes, Streusel und extravaganten Torten.

Oreo-Drip-Cake

Oreo Drip Cake

Für den Teig:
300 g Butter
300 g Zucker
6 Eier
300 g Mehl
2 TL Backpulver
150 g Oreos

Für die Creme:
1 Vanilleschote
150 g Oreos
250 g Frischkäse
250 g weiche Butter
625 g Puderzucker

Für die Garnitur:
200ml Sahne
1 Päckchen Vanillezucker
etwas rosa Lebensmittelfarbe
bunte Streusel

50 g dunkle Schokolade
50 ml Sahne
8 Kirschen

Zubereitung
Den Ofen vorheizen. Zwei 18er Springformen einfetten (oder nacheinander backen). Die Vanilleschote aufschneiden und die Samen herauskratzen. Die Oreos in einen Gefrierbeutel oder ein sauberes Geschirrtuch geben und zerstoßen.

Butter, Zucker und Vanille weiß-schaumig schlagen. Die Eier einzeln unterrühren. Mehl mit Backpulver mischen und vorsichtig unterheben, bis ein einheitlicher Teig entsteht. Die Oreos kurz unterrühren. Den Teig auf die Formen aufteilen und etwa 25 Minuten bei 180°C Ober-/Unterhitze backen. Mit der Stäbchenprobe sicherstellen, dass die Böden fertig sind. Abkühlen lassen und dann aus der Form lösen.

Die Vanilleschote aufschneiden und die Samen herauskratzen. Die Oreos zerstoßen. Den Frischkäse mit der Vanille aufschlagen, bis er glatt und cremig ist. In einer zweiten Schüssel die Butter aufschlagen, nach und nach den Puderzucker dazugeben. Dann den Frischkäse vorsichtig unterrühren. Die Oreos unterheben. Die Masse für eine Stunde in den Kühlschrank stellen.

Die Tortenböden begradigen und waagerecht halbieren. Den untersten Boden auf eine Tortenplatte oder einen Teller legen und mit Creme einstreichen. Den zweiten Boden darauflegen, ebenfalls mit Creme bestreichen. Mit dem dritten Boden ebenso verfahren. Den vierten Boden auflegen.

Die Sahne mit Vanillezucker steifschlagen. Drei Esslöffel Sahne in einen Spritzbeutel mit kleiner Rosettentülle füllen und in den Kühlschrank legen. Zwei Esslöffel Sahne mit etwas Farbe leicht rosa färben und auf den unteren Teil des Törtchens streichen. Das restliche Törtchen mit der übrigen Sahne ummanteln und die Sahne dabei möglichst glatt streichen. Den unteren Rand mit bunten Streuseln verzieren. Das Törtchen kurz in den Kühlschrank stellen.

Die Schokolade in der flüssigen Sahne schmelzen. Kurz abkühlen und etwas eindicken lassen. Dann die Schokolade vorsichtig mit einem Löffel über den Rand des Törtchens verteilen, sodass sie teilweise hinunter tropft. Fest werden lassen. Mit dem Spritzbeutel kleine Sahnetuffs auf das Törtchen spritzen und jeweils mit einer Kirsche garnieren.

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Fremdgehen, äh, Fremdschreiben & Fremdlesen! Die Aktion #7tage7blogs (tolle, Idee, Sonja!) ist eine Gastbloggerwoche, in denen Foodblogs an jedem Tag eine(n) KollegIn vorstellen. Bei mir sind das – selbstredend – Fellow-US-Fans mit den entsprechenden Rezepten. Enjoy!

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