Diner in Newburgh/NYDie meisten Menschen setzen amerikanische Küche mit Fast Food gleich. Irgendwie richtig – und auch wieder nicht. Zwar sind Drive Ins und Microwave-Dinner US-Erfindungen, aber daneben existieren – existierten immer schon – ethnische Küchen, die im “Melting Pot” in einer ganz besonderen Art verschmolzen. Die Dresdener Studenten Matthias und Markus haben sich reisend auf die Spuren von “Eating in America” begeben und präsentieren ihre Ergebnisse in Sachen Esskultur auf einer Webseite, eatinginamerica. Danke, dass ich hier Auszüge ihrer Arbeit veröffentlichen darf!

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Das Essen Amerikas – so verschieden wie seine Bewohner

Die Immigranten, die halfen, Amerika zu errichten, haben auch ihre verschiedene Art, Essen zuzubereiten, mitgebracht und damit eine Eßkultur geformt, die heute bekannt ist als “American Food”. Neben englischen und besonders puritanischen Siedlern zählen auch französische, spanische, deutsche und italienische Neubürger zu denjenigen, die den “American way of life” nicht nur mit ihrer spezifischen Kultur, sondern auch ihren Essenstraditionen bereicherten.

Die Spanier prägten vor allem die mexikanische Küche, die sich vom Südwesten aus in fast jeden Teil der USA ausbreitete. Besonders aus Italien stammt eine Menge von Gerichten, die fast jeder Amerikaner als ursprünglich amerikanisch bezeichnen würde – Pizza auf amerikanische Art und verschiedenste Nudelvariationen. Auch die ehemaligen Sklaven, die ihre Art zu kochen aus Afrika mit sich führten, trugen ihren Teil zur heute bestehenden Vielfalt der amerikanischen Küche bei.

Beispielsweise geht der vielfältige Gebrauch von Erdnüssen in den USA auf ihren Einfluß zurück. Zuguterletzt gab und gibt es verschiedene religiöse Gruppen, z.B. Quäker oder die Amish, die sich in der amerikanischen Küche verewigten.

Wann hat das alles angefangen?

Die Geschichte des amerikanischen Essens beginnt, kurz nachdem Christopher Kolumbus 1492 seinen Fuß auf die Insel Guahani in Westindien setzte. Seine Nachfolger, die spanischen Konquistadoren des 16. Jahrhunderts, betraten einen Kontinent, von dem Kolumbus glaubte, dass es Indien sei. Natürlich war es nicht Indien, aber trotzdem entdeckten sie nicht nur die Völker Amerikas, sondern auch deren Essen. Sie fanden Tomaten, Kartoffeln, Chilies, Mais, Bohnen und viele andere Gemüse- und Obstsorten, die seitdem die Tische der ganzen Welt erobert haben.

Was man heute unter mexikanischer Küche versteht, ist urprünglich ein Konglomerat aus spanischen und indianischen Gerichten. Diese Sammlung zweier verschiedener Kulturen besteht aus alten Rezepten der Eingeborenen und einer neuen Art und Weise aus Spanien, Fleisch zuzubereiten, wozu insbesondere das Kochen und Braten mit Fett gehört. Beispiele dieses spanisch-mexikanischen Intermezzos sind Tacos, Burritos, Enchiladas oder Tortillas.

Englische Einflüsse

Koloniale KücheUngefähr hundert Jahre später, 1607, errichteten die Engländer ihre erste dauerhafte Siedlung in Jamestown, Virginia. Um die Kontrolle über diese Siedlung und später über die Kolonien zu festigen, gründete die englische Krone die sogenannten “Joint Stock Companies”, um Siedler anzuwerben, die sich jedoch rar machten, bis diese Companies freies Land für die Siedler anboten. Das änderte die Situation rasch. Die Kolonien erweiterten sich und die ersten Tabakplantagen wurden angelegt.

Die Engländer brachten ihr typisches robustes Essen mit sich und mischten dieses mit lokalen Zutaten, zum Beispiel mit Truthahn, Hummer, Muscheln, Ahornsirup und fast immer mit Mais. So entstanden Gerichte wie Indian Pudding, Boston Brown Bread, Clamchowder und Maine Boiled Lobster, die immer noch den Charme der New England Küche ausmachen.

Die berühmte Geschichte, wie indianische Ureinwohner englischen Siedlern über den Winter halfen, indem sie ihnen zeigten, wie die örtliche Fauna und Flora zu nutzen sei, führte schließlich zu einem der amerikanischsten Feste überhaupt: dem Erntedankfest oder Thanksgiving. Gefeiert wird es seit 1621, und das Essen, das immer noch die Tische der Amerikaner bedeckt, ist ein Ergebnis des Einflusses indianischer Kochkunst auf die englische Küche.

Einflüsse aus Afrika

Weiter im Süden profitierten die Menschen vom moderaten und milden Klima, das ihnen eine größere Anzahl von Gemüsesorten erlaubte. Das Essen war zwar noch englisch, aber in der Weise des Würzens und Kochens eher “southern”. Afrikaner, die als Sklaven unfreiwillig nach Amerika kamen, führten das Barbeque, alle möglichen Fettgebäcksorten und viel Grünes ein.

Sie brachten auch bedeutende Kochtechniken mit, z.B. Fleisch zu räuchern, Gemüse zu braten und würzige Saucen zuzubereiten. Auf diese Weise spielten sie eine der bedeutendsten Rollen bei der Verquickung von englischer, afrikanischer und indianischer Kochkunst in das, was heute als Südstaatenküche bekannt ist – einfach aus dem Grund, weil sie diejenigen waren, die in den Küchen des Südens arbeiteten.