Geschichte US-Küche

Deutsche und Italiener

Was wäre ein amerikanisches Ballspiel ohne Hot Dogs? Nun, es waren vor allem die Deutschen, die unzählige Arten der Zubereitung von Wurst vorstellten. Außerdem ist die Tatsache, daß sie sich hauptsächlich im Mittelwesten niederließen, der Hauptgrund, weshalb Milwaukee heute noch als „das größte Bierfaß der Nation“ gilt und selbstredend die Stadt mit den meisten Brauereien ist.

Italien war eine andere europäische Nation, die dem Gaumen Amerikas ihre kulinarischen Geschmäcker hinzufügte. Die Italiener, die im späten 19. Jahrhundert einwanderten, haben Amerika nicht nur die Grundlage für berühmte Mafiafilme geliefert, sondern auch unzählige Rezepte für Pizza und Pasta. Sie reimportierten die Tomate in die amerikanischen Küchen. Sie wurde verwendet, um all die Sorten von Pizza, Pasta und Salaten zu würzen und zu ergänzen. Bekanntermaßen ist sie auch das Gemüse, dem der Ketchup, der vorher eine asiatische Würzsauce war, seine rote Farbe verdankt.

Frankreichs ‚Cuisine‘ hinterläßt Spuren

Französische Einflüsse sollen nicht unerwähnt bleiben. Als die USA ihren Gewinn im größten Immobiliendeal der Geschichte machten, indem sie das Louisiana Territorium von Frankreich erwarben (Louisiana Purchase), wurden Menschen französischer Herkunft in den „American Way of Life“ mit einbezogen. Sie haben jedoch ihre Kochkultur beibehalten. Im südlichen Louisiana können wir immer noch Beispiele kreolischer und cajunischer Kochkultur erleben. Beide benutzen vorwiegend Reis und viele Meeresfrüchte, beide sind stark gewürzt und borgen ihre verschiedenartigen Konzepte voneinander.

Der Unterschied besteht darin, daß die Wurzeln creolischer Küche in der frühesten Kolonialgeschichte zu finden sind, als die französischen Siedler sich im Südosten der heutigen USA niederließen und lange vor dem „Louisiana Purchase“ mit Spanien um die Kontrolle dieses Gebiets rangen. Ihre französische Art zu kochen wurde rasch beeinflußt von spanischer, afrikanischer und karibischer Küche.

Die Cajun-Küche dagegen besteht mehr aus ländlicher Kochweise. Nachdem die französischen Siedler von Nova Scotia 1755 von den Briten verdrängt und verjagt wurden, gingen sie nach Süden und fanden schließlich in Louisiana Zuflucht. Sie lernten ihre Kochkunst beizubehalten und fügten leicht zu bekommende Zutaten wie Wild, Shrimps und Krebse hinzu. Nur wenige Kräuter werden verwendet, das Essen wird in einem Kessel gekocht und mit relativ scharfer Sauce gewürzt.

Dim Sum und Chop Suey…

Sehr interessant ist der asiatische Einfluß auf das amerikanische Kochen. Das späte 19. Jahrhundert brachte viele asiatische Einwanderer nach Amerika. Dazu geführt hatten vor allem politische Gründe wie der ersten Opiumkrieg, mehrere Überschwemmungen und Mißernten. Wegen seiner geographischen Lage war Kalifornien prädestiniert, ein Zentrum asiatischer Einwanderer zu werden. Das Resultat war, dass diese neuen Amerikaner nicht nur ihr Essen mitbrachten, sondern sich auch in ihren Essensgewohnheiten mit der vorgefundenen Kultur vermischten.

So wurden mexikanische Gerichte mit asiatischen verquickt und vermengt: Es entstand zum Beispiel ein asiatisches Chili oder Tacos mit asiatischer Gemüsefüllung. Es wurden neue Gerichte geschaffen, so geschehen z.B. in San Francisco. Denn wer ahnt schon, daß Chop Suey, allgemeinhin als typisch chinesich anerkannt, von einem Koch zu später Stunde aus Küchenresten hergestellt wurde, als ein Gast noch etwas zu essen verlangte?

Das einzig Wahre – Fast Food?

Essen im DinerHamburger, Pizza, Pommes und all die anderen Sachen werden oft mit einer Art zu kochen in Verbindung gebracht, die weltweit als DIE amerikanische Küche angesehen wird: Fast Food. Dabei ist Fast Food eigentlich gar keine amerikanische Erfindung. Wie man bei Ausgrabungen in Pompeji feststellte, hatten schon die Römer Imbißstände, und deutsche Brückenarbeiter am Rhein haben die „Würstlbude“ erfunden – doch erst die Amerikaner machten Fast Food zum Big Business. Und nur durch all diese gutbekannten Fast-Food-Ketten ist amerikanisches Essen in seiner schnellsten Form weltweit bekannt geworden.

Die meisten der Fast-Food-Restaurants benutzen die verschiedenen Kochstile, vom mexikanischen Essen zum klassischem Hamburger Sandwich, vom Fisch zum Brathuhn, von Pizza zu Pasta in ihrer ganzen Vielfalt. Aber „Eating in America“ ist eben nicht nur Fast Food. Wie ein trockener Schwamm hat die amerikanische Kulturlandschaft alle möglichen Küchen, Geschmäcker und Gewürze aufgesaugt und so seine eigene Sicht auf Kochkultur gestaltet.

Seit den Siebzigern ist dieser Trend extrem vertreten im sogenannten „Fusion Food“. Ein Kommunenkochbuch von 1972 unter dem Titel „Country Commune Cooking“ empfiehlt ukrainische, mexikanische, indische, sogar tibetanische Rezepte und Kochtraditionen, vermengt zu eigenen Rezepten. So gibt es Bologna Knish Enchiladas, süßsaure Spaghettisauce, armenische Polenta, mexikanisch-italienische Pfannkuchen oder irisch-jüdischen Stew.

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