Travel Tuesday: Jazz in New Orleans & Bananas Foster

Wenn eine Webseite ihre (kulinarischen) Reiseberichte nach US-Bundesstaaten ordnen kann, ist das in meinen Augen ein Qualitätskriterium besonderer Art. Und wenn dann noch tolle Rezepte dazu kommen… Danke, Sabrina & Steffen von Feed me up before you go-go, für euren wunderbaren Artikel und die großartigen Fotos, die jeden US-Fan gleich wieder sehnsüchtig werden lassen!

New Orleans French Quarter

Als Gabi uns fragte, ob wir nicht ein Rezept zum „Travel Tuesday“ beitragen möchten, musste sie nicht viel Überzeugungsarbeit leisten. Noch bevor es unseren Blog überhaupt gab, war ihre Seite für uns bereits ein fester Anlaufpunkt für alle Fragen zur amerikanischen Küche. Inzwischen spielen die kulinarischen und kulturellen Highlights Nordamerikas auch bei uns eine gewichtige Rolle. In den letzten Jahren waren die USA unser Haupturlaubsziel und gerade die Ostküste des Landes vom nördlichsten Punkt Maines bis zu den Florida Keys konnten wir inzwischen ausgiebig kulinarisch erkunden.

New Orleans French Quarter

Zuletzt waren wir drei Wochen in den Südstaaten unterwegs und haben uns von Orlando über Georgia, South Carolina und die Smoky Mountains bis nach Nashville und Memphis gefuttert, um schließlich in New Orleans zu landen. Die Stadt hat uns trotz gar nicht allzu hoher Erwartungen in ihren Bann gezogen – so sehr, dass wir unseren dreitägigen Aufenthalt gerne verlängert hätten. Das French Quarter mit seinen hübsch verzierten schmiedeeisernen Balkonen und alteingesessenen Bars hat uns ebenso gut gefallen wie der paradiesische Garden District mit den vielen bunten Hausfassaden und verwitterten Friedhöfen. Auch die Abende lassen sich dort hervorragend gestalten, sei es mit einer guten Flasche Wein beim experimentellen Jazzkonzert in einem Open-air-Hinterhofrestaurant oder mit einen kühlen Craft Beer in der Hand der Brass-Band lauschend, die extra für das Jazz Fest aus Kalifornien angereist ist und eine atemberaubende Show abliefert.

New-Orleans Friedhof

Auch in Sachen „Food“ wird man in New Orleans äußerst abwechslungsreich verwöhnt, treffen sich hier doch die Einflüsse vieler Einwanderergruppen, die allesamt die Kulinarik der Stadt geprägt haben. Bei keiner anderen Station unserer Reise konnten wir so einen Melting Pot auf dem Teller finden. Um tiefer in die Kulturgeschichte des Essens in New Orleans einzutauchen, verbrachten wir einen Vormittag im Southern Food & Beverage Museum und konnten dort bei einer Kochdemonstration die kreolische Küche kennenlernen. Diese ist, wie wir dort erfahren haben, eine „pork based culture“, und es finden sich in den Gerichten sowohl Einflüsse aus der englischen und französischen Kolonialzeit, von nach Amerika verschleppten Sklaven wie auch von deutschen Einwanderern aus dem 19. Jahrhundert.

Southern Food and Beverage Museum

Von Vorspeise bis Nachtisch probierten wir uns also durch die Highlights der kreolischen Südstaatenküche. Aus dem Kochkurs mitgebracht haben wir für euch das Rezept für ein Dessert, das kaum typischer für New Orleans sein könnte. In den 1950er Jahren war der Hafen der Hauptumschlagplatz für Bananen, und so kreierte Paul Blangé, der Koch des alteingesessenen Brennan’s Restaurant ein Dessert, bei dem die gelbe Frucht im Mittelpunkt steht, und benannte es nach einem Stammgast des Lokals: Bananas Foster. Bis heute werden in Brennan’s Restaurant jährlich über 17.000 Kilo Bananen flambiert, es ist das meist bestellte Gericht des nach wie vor populären Restaurants im French Quarter. Natürlich müsst ihr nicht selbst nach Louisiana fahren, um die Kombination aus weichen, zimtigen Bananen, süßem Karamell und cremigem Vanilleeis zu genießen. Die Zubereitung klappt auch ganz einfach in der heimischen Küche. Doch wenn ihr mal die Gelegenheit habt, probiert das Dessert aus New Orleans auch vor Ort, denn mit etwas Jazz im Ohr schmeckt dieser Klassiker gleich noch mal so gut!

Bananas Foster

Bananas Foster

Rezept für 2 Personen

  • 2 Bananen
  • 30 g Butter
  • 100 g brauner Zucker
  • ½ TL Zimt
  • 40 ml Bananenlikör
  • 40 ml brauner Rum (am besten Spiced Rum)
  • 2 Kugeln Vanilleeis
  1. Die Bananen schälen und in Scheiben schneiden. Butter, braunen Zucker und Zimt in einer kleinen Pfanne erhitzen und verrühren. Zucker und Butter bei mittlerer Hitze und gelegentlichem Umrühren zum Schmelzen bringen und karamellisieren lassen – der Zucker soll sich dabei komplett auflösen, aber nicht zu dunkel werden.
  2. Den Bananenlikör unterrühren, die Bananenscheiben dazugeben und alles gut vermischen. Sobald die Bananen weich werden, den Rum dazugießen und kurz aufkochen lassen. Wer sich traut, kann die Bananen nun kurz flambieren. Dazu die Flüssigkeit vorsichtig mit einem langen Streichholz anzünden.
  3. Je eine Kugel Vanilleeis auf einen Teller geben und die warmen karamellisierten Bananen mit etwas Sauce darüber verteilen.
(insgesamt 562 Besucher)

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3 Kommentare

  1. Outlaw sagt:

    Dieses Museum würde ich auch gerne einmal besuchen.
    Besonders interessieren würden mich Getränke aus den vergangenen Tagen.
    Schöner Bericht – Vielen Dank!

  1. 5. September 2017

    […] 29. August: Steffen & Sabrina von Feed me up before you gogo […]

  2. 7. September 2017

    […] Für Gabis „Travel Tuedsay“ nehmen wir euch mit nach New Orleans, der letzten Station unserer Reise durch die Südstaaten. Die berühmte Stadt in Louisiana hat uns trotz gar nicht allzu hoher Erwartungen in ihren Bann gezogen – so sehr, dass wir unseren dreitägigen Aufenthalt gerne verlängert hätten und hier bald noch ein etwas ausführlicherer Bericht über unseren Aufenthalt in New Orleans folgt. Besonders die vielen kulturellen Einflüsse, die die Stadt geprägt haben und sich auch allesamt in ihrer Kulinarik widerspiegeln, haben uns begeistert. Neben afrikanischen Einflüssen, fanden auch französische, spanische, sizilianische und deutsche Elemente Einzug in die Kochtöpfe der Stadt am Mississippi. Deshalb haben wir für Gabis Leser_innen ein Dessert aus New Orleans mitgebacht, das der kreolischen Küche entsprungen ist, zum absoluten Südstaatenklassiker avanciert ist und nach wie vor in vielen Restaurants der Stadt serviert wird: Bananas Foster. Das Rezept für die flambierten, zimtigen Bananen in Karamellsauce und unseren vollständigen Beitrag mit ein paar weiteren Impressionen aus New Orleans findet ihr hier auf USA kulinarisch. […]

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