Burger essen in Mönchengladbach: „Nierskind“

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„Wenn Ihr da seid, geht unbedingt ins Nierskind Burger essen!“ Diesem Mönchengladbach-Tipp via Facebook konnten der Burger-Spezialist (mein Sohn) und ich nicht widerstehen. Denn, hey, Burger! Und hey, tolles Konzept – regionale Produkte, Schwerpunkt Fleisch. Das dritte „hey“ kam dann gleich hinterher als wir auf den Hof des schmucklosen Industriekomplexes zwischen Westend und Waldhausen (Wehnerstraße, um genau zu sein) fuhren: „Hey, hier soll das sein?“

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Ja, war es – und der äußere Eindruck täuscht. Innen ist das Nierskind genauso chic und modern wie seine Webseite. Die alte Fabrikhalle ist im Industrial Style eingerichtet – ein Materialmix aus Ziegel, hellem Holz, Kreidetafeln und über allem schwebt ein metallener Kronleuchter. Mir gefällt es gut, der studierende Sohn grummelt „Hipsterbude“ nach einem kritischen Blick in die Speisekarte: Jau, die Preise vor allem für Getränke (2,50 € für eine kleine Cola, 6 € für ein Glas Wein, Burger ohne Beilagen zwischen 7,50 und 9 €)  sind eher überdurchschnittlich. Aber das macht doch nix, wenn auch die Burger überdurchschnittlich sind… Oder?

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Um es kurz zu machen: Das waren sie leider nicht. Wir hatten den „Rocco“ (mit Cheddar, Bacon, Salat, Tomate, Zwiebeln) und den „Udo“ (Teriyaki-Mayo, frischer Spinat, Avocado, Sesam, Tomate, rote Zwiebeln) – anhand der Garnitur hätte man die aber kaum unterscheiden können. Denn die Garnitur war extremst sparsam eingesetzt: Beim Rocco eine Scheibe Bacon, Käsescheibe vielleicht 3 mal 4 cm groß, beim Udo Mayo nicht erkennbar und Avocadostück zwei mal drei cm (siehe unten). Okay, man muss ein gutes Fleischpatty nicht unter Extras begraben, aber  das war wirklich zu wenig.

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Apropos Fleischpatty: Den Geschmack fanden wir okay, supersaftig ist allerdings anders. Das lag vielleicht auch daran, dass die Burger im Nierskind standardmäßig aus zwei kleinen, dünneren Patties „in die Höhe gebaut“ werden. Ein breiteres, etwas dickeres Patty ließe sich sicherlich einfacher medium braten…Lecker-knusprig und heiß genug dagegen die Süßkartoffeln-Fritten (3 €) und klassisch-deutsch-säuerlich der Krautsalat (3 €, erklärterweise kein Coleslaw).

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Als Pluspunkt für das Nierskind werte ich den Service: Die jungen Damen, die uns bedienten, waren flott und freundlich. Von der Bestellung bis zum Essen dauerte es bei etwa halbvollem Haus etwa 30 Minuten, das fand ich okay, vor allem weil die Getränke schnell da waren.

Fazit: Wir fanden das Nierskind nicht schlecht, aber auch nicht toll. Das lobenswerte Konzept und das hippe Interieur wiegen die hohen Preise für sparsam dekorierte Burger nicht wirklich auf.

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