Dinge, die die Welt nicht braucht? Der Pie-Maker

Der Törtchen-Star

Wenn etwas zu gut erscheint, um wahr zu sein, ist es meist auch nicht wahr. „Mit dem Törtchen-Star gelingen Ihnen gefüllte Törtchen und Pasteten, Muffins oder Tartes im Handumdrehen“, verspricht der Törtchen-Star von Hersteller Hoberg. Und die Mini-Pies sehen auf der Shop-Webseite „Moderne Hausfrau“ (mehr dazu siehe hier) auch wirklich verlockend aus.

In der Praxis ist es mir jedoch nicht gelungen, mit genug Teig für sechs Mini-Pies mehr als ein einziges ansehnliches Törtchen zu produzieren. Nach 20 Minuten gefrustetem Herumgefummel mit klebenden Teigplatten bzw. klebenden Törtchen habe ich es aufgegeben, um die Mini-Pies letztendlich in der Muffinform zu backen. Und auch das war ein Misserfolg, weil der Teig nach Hoberg-Rezept beim Backen „schrumpfte“ und die Füllung freigab. Es wurde also ein Nachmittag ohne chice Little Peach Pies, dafür mit Pleiten, Pech und Pannen!

Teig ausstechen Einzig gelungenes Törtchen

Dabei hatte ich alles so gemacht, wie in der Betriebsanleitung des Törtchen-Stars beschrieben: Teig nach vorgegebenem Rezept hergestellt und gekühlt. Angedickte Fruchtfüllung hergestellt und abkühlen lassen. Teig ausgerollt und mit den passenden Formen Kreise ausgestochen (oben links). Gerät vorgeheizt und Pie-Mulden ausgefettet. Und nun kam der Schritt, der mich mehrfach scheitern ließ: „Die großen Kreise in die Mulden der unteren Backplatte legen und mit dem Teigformer vorsichtig hineindrücken“. Während ich den linken Kreis drückte, schrumpfte der rechte bereits zusammen. Also schnell mit dem Teigformer herüber wechseln – von wegen! Die Teigplatte klebte hartnäckig am Former und hob sich gleich mit wieder heraus. Also versuchte ich, die Teigplatte mit dem Messer, danach mit den Fingern zu lösen -dabei zerriss der „Törtchenboden“ (unten links).

piemaker2 piemaker4

Bei meinen nächsten Versuchen probierte ich erst Fett, dann Mehl, damit der Boden nicht am Former kleben blieb – ohne Erfolg. Ich drückte nur zart mit dem Former – ohne Erfolg, es klebte. Ich drückte hart mit dem Former – Fehlschlag, es klebte. Ich drückte zart mit den Fingern – und verbrannte sie mir. Ein einziges Mal (das war beim allerersten Test!) blieb der Boden in der Form und ließ sich tatsächlich füllen und verschließen. Aber wieso es da klappte und sonst nicht, will mir beim besten Willen nicht einfallen.

Fazit: Spezialisierte Elektro-Kleingeräte sind zugebenermaßen (siehe hier) nicht meins. An dieser Überzeugung ändert der Törtchen-Star auch nichts und wandert die die Abteilung „Dinge, die die Welt nicht braucht“. Und auch Mini-Pies aus der Muffinform werde ich nicht mehr versuchen. So sehr ich sonst Miniatur-Gebäck schätze – am schönsten sieht der Peach-Pie wohl doch als ausgewachsenes Exemplar mit Teiggitter aus.

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4 Kommentare

  1. Danke… das musste mal geschrieben werden. Scheint mir genau so sinnlos wie Muffin Maker, Crepe Maker, Donut Maker und wie sie alle heißen. Die meisten dieser Geräte verwenden ja in der Regel noch nicht einmal die korrekte Garmethode. Frittieren oder trockene Kontaktwärme beispielsweise ist schon ein Unterschied.

    Viele Grüße
    Christian

  2. Lotta sagt:

    Hey,
    Ich find’s toll, dass du so ehrlich über das Produkt schreibst!
    Und: Ja, ich bin auch ein Fan des guten alten ’normalen‘ Pies 🙂
    Liebe Grüße,
    Lotta

    • Gabi sagt:

      Klar, ich schreibe immer ehrlich über Produkte, die ich teste – es nützt doch keinem, wenn ich (möglicherweise sogar gegen Honorar!) irgendetwas hochlobe, dass es nicht verdient hat. Wobei – den Törtchenmacher habe ich selbst bezahlt, selbst getestet und schließlich selbst wieder zum Händler zurück geschickt 😉

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