Dutch Oven Cooking – wie die Pioniere!

Big Ol'Rolf „DO“ ist nicht nur das Autokennzeichen von Dortmund, „DO“ ist der Insiderbegriff für Dutch Oven. Dieses schwere gusseiserne Kochgerät mit seinen drei kleinen „Füßen“ feiert derzeit seine Rückkehr nach Europa: Einst von deutschen und niederländischen Siedlern über den großen Teich gebracht, entwickelte es sich dort zu DEM Kochgerät der Pioniere auf dem Weg nach Westen. Nun schwappt die Barbecue- und Outdoor-Cooking-Welle zurück in die alte Welt und damit werden auch hier wieder Dutch Oven benutzt.

Vorbereitungen am Chuck Wagon Zum Beispiel von den Männern und Frauen des Outlawcamp, die ihrer USA-Begeisterung auf ganz besondere Weise frönen: Die Truppe um Big Ol’Rolf (im richtigen Leben der pensionierte Polizist Rolf Virbom) haben sich im niederrheinischen Dinslaken eine Miniatur-Westernstadt erschaffen. Und zwar keine kitschige, sondern eine  eine stilechte. Die Pioniere tragen Leinenhemden und handgearbeitete Ledergürtel, die Damen lange Röcke und Stiefeletten (mit einem Messerchen im Schaft!), gegessen wird von Blechtellern, vorbereitet am Chuck Wagon in Emailleschüsseln und gekocht wird eben mit Dutch Oven über einer selbstgebauten Firebox.

Micha rührt sein Jambalaya Topf auf Stäben

So eine große, mit Holzstämmen befeuerte Kochstelle ist der Idealfall fürs Outdoor Cooking, erläutert Rolf: „Die eine Hälfte Feuer, die andere Glut – denn zuviel Feuer versottet den Topf.“ Durch Hin- und Herschieben über Zonen mit viel und wenig Glut reguliert der Koch die Hitze. Ist außer Unterhitze zum Anbraten im offenen Topf auch Oberhitze gefragt (um im Topf eine gleichbleibende Hitze zu erzeugen), wird einfach der schwere Deckel aufgesetzt und Kohle aufgeschaufelt.

Das fertige JambalayaDieses Old Style-Kochen mit dem Dutch Oven ist ideal für Suppen und Schmorgerichte. Ich durfte Michas Jambalaya mit Schweinefleisch und Shrimps kosten – köstlich! Rolf schmurgelte Ochsenbäckchen mit Portwein, die allerdings erst nach meinem Aufbruch gar wurden. Aber ich habe die Sauce probiert, eine Offenbarung aus drei Flaschen eingeköcheltem Rot- und Portwein und vielen aromatischen Gemüsen.

Moderne Kochmethode auf KohlebrikettsWie man „modern“ mit Dutch Oven kocht, demonstrierten Gabi (die Maisbrot backte) und Miss Mona (mit Blutwurst gefüllte Calamari-Tuben, eine großartige Kombination). Sie stellten den „DO“ einfach auf den Steinboden, legten einige Kohlen zum Anbraten darunter und später den Deckel und noch mehr Kohlen obenauf. Rolf erläutert das Prinzip: „Pro Inch Topfgröße rechnet man zwei Holzkohlebriketts. Bei einem 12-Inch-Topf – eine ganz gute Einsteigergröße – braucht man also 24 Briketts, um im Topf 180 Grad zu erzeugen.“

Sofern man einen Quadratmeter unempfindlichen Untergrund zur Verfügung hat, kann man DO-Cooking also auch ohne größeren Umstand probieren. Auch die Anschaffungskosten sind nicht allzugroß – vernünftige mittelgroße Töpfe  bekommt man ab 70 Euro. An der Qualität sollte man nicht sparen, finden Rolf und Micha: „Die guten und teuren Töpfe sind schwerer und heizen viel gleichmäßiger auf.  Und sie halten ewig.“

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Nur die Aufschrift am Bahnhof hinten beweist, dass wir nicht im Wilden Westen sind 🙂

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sie NIE mit Spülmittel in Kontakt kommen (das würde die schwarze Patina zerstören), richtig eingebrannt und aufbewahrt werden. Mehr dazu steht in den Dutch Oven FAQ des Grillsportvereins. Aber auch die Pioniere des Outlawcamps sind gern bereit, Amerikabegeisterten das Outdoorcooking (und ihre Westernstadt) zu zeigen.  Mehr über die Truppe und Kontaktmöglichkeiten gibt es auf der Outlawcamp-Webseite.

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„Miss Mona“ brät den Speck für ihre gefüllten Tintenfischtuben an

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Die Pioneer Women im Gespräch

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Das „Outlawcamp“

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10 Kommentare

  1. Carsten sagt:

    Ein schöner Bericht und schöne Fotos! Das Outlawcamp hat einfach was! Die Stimmung da ist eine ganz besondere. Ich hoffe dort auch bald mal wieder zu Gast zu sein! 🙂

    • gfra sagt:

      Ich habe ja schon angeboten, mal Pies für alle zu backen, damit’s auch mal was Süßes gibt 🙂 Ich komme also auch gerne wieder …

  2. Martin sagt:

    Da kann ich Micha nur zustimmen. Es hat viel Spaß gemacht und der Bericht ist klasse geworden.

  3. Micha sagt:

    Howdy Gabi,

    zuersteinmal ein dickes DANKE für den tollen Bericht.
    Ich glaube im Namen aller zu sprechen, wenn ich sage dass auch uns der Tag und Dein Besuch viel Freude bereitet hat!
    Deine Portion Ochsenbäckchen hat übrigens auch ohne Sauce sehr gut geschmeckt 😉

    Unser Bericht zum Tag wird wohl noch etwas dauern, ist aber in Arbeit. Eins nur vorweg – Du bist ein immer wieder gern gesehener Gast im Camp.

    So long

    Micha

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