SOS: Warum Cookies nicht chewy, weich oder hoch werden

Workshop: Die perfekten Cookies

Ideale Cookies nach US-Vorbild haben XL-Größe, sind rund und fast fingerdick, reich beladen mit Nüssen, Trockenfrüchten oder Schokolade und höchstens am Rand etwas knusprig. Der Amerikaner nennt das Mundgefühl „chewy“ – der Keks muss weich und noch ein ganz klein wenig teigig sein. Wie bekommt man nun solche Kekse hin?

Nun, indem man zum Beispiel den urdeutschen und gesundheitsbewussten Ansatz meiner  Mutter bei Backwerk („Man kann immer ein Drittel Zucker weniger nehmen“) total vergisst… Ja, Cookies beinhalten beindruckende Mengen Zucker und wenn euch das wirklich widerstrebt, solltet ihr zum Beispiel Bananen-Vollkorn-Kekse backen und amerikanische Rezepte komplett vergessen 🙂 Im Ernst: So simpel die Rezepte für Cookies erscheinen, so viel kann man dennoch verkehrt machen. Einige Tipps für gutes Gelingen (nach eigenen Erfahrungen und Hinweisen aus der Cookie-Rubrik von Sally’s Baking Addiction) habe ich im Folgenden aufgeführt:

Thema Zutaten

Brauner Zucker sorgt für feucht-weiche Kekse, weißer Zucker lässt sie eher knusprig werden. Tauscht also daher bei den Zutaten braunen Zucker nicht gegen weißen aus und reduziert die Zuckermenge nicht. Brauner Zucker hält sich eeeewig, kauft also ruhig eine Tüte – und verwendet ihn zum Beispiel für Obstcrumbles mit Streuseln oder für Cinnamon Rolls.

Um den Chewy-Faktor weiterhin zu erhöhen, könnt ihr einen Esslöffel Mehl gegen einen Esslöffel Speisestärke austauschen oder die Butter zerlassen – beides ist nicht unbedingt notwendig.

In vielen Cookie-Rezepten wird sowohl Natron (Baking Soda) als auch Backpulver (Baking powder) verwendet. Verzichtet nach Möglichkeit NICHT auf das Natron: Es hat einen ganz eigenen, etwas metallischen Geschmack,  neutralisiert die Säure im Backpulver und treibt die Kekse zudem noch ein bisschen in die Höhe.

Cookie-Teig auf Blech Chocolate Chip Cookies

Thema Zubereitung

Rührt Butter und Zucker gründlich cremig.  Ungelöste Zuckerkristalle machen das Gebäck knuspriger.

Haltet die Kühlzeit für den Teig ein. Weicher, warmer Teig zerfließt im Ofen viel breiter – sprich: Die Kekse werden dünner und knuspriger. Auch ein bisschen Speisestärke im Teig (siehe oben) verhindert das Breitlaufen. Keksteig übersteht einen bis zwei Tage im Kühlschrank problemlos und lässt sich danach prima backen.  Was auch möglich ist: Friert Keksteig-Bälle ein und backt sie gefroren, dann (ja nach Größe) ein bis drei Minuten länger als angegeben.

Thema Backzeit

Zu langes Backen macht die Cookies trocken und hart. Es hat seine Richtigkeit, wenn die Kekse nach Ende der angegeben Backzeit noch teigig aussehen und allerhöchstens am Rand ganz leicht gebräunt sind. Vermutlich sind sie sogar zu brüchig, um sie sofort vom Blech zu nehmen. Kein Problem: Nach zehn Minuten Auskühlen AUF dem Blech lassen sie sich mit einem Spatel gut auf ein Rost heben, wo sie komplett erkalten können.

Thema Aufbewahrung

Die weichen Chewy-Cookies schmecken am besten ganz frisch. Falls doch etwas übrig bleibt: Bewahrt Kekse am besten sortengetrennt auf – die weichen in einem luftdichten Behälter (Plastikdose), die knusprigen in einer Porzellan-Keksdose o.ä. mit nicht ganz dichtem Deckel.

Cookie-Rezepte zum Ausprobieren bei USA kulinarisch

“Everything-but-the-kitchen-sink” Cookies (Grundrezept Kekse mit Variationen)
Chocolate Chip Cookies (heller Teig mit Schokoladenstücken)

Macadamia-Kekse (mit weißer Schokolade)
Peanut Butter Cookies (Erdnussbutter-Kekse)
Oatmeal Raisin Cookies (mit Haferflocken und Rosinen)
Super Chunk Cookies (mit Karamell und Macadamia-Nüssen)
World Peace Cookies (Schokolade mit Nüssen)
Caramel-Apple-Cookies ( mit Äpfeln und Karamel)
White Chococolate Cranberry Cookies
Black and White Cookies
Cornflake Crunch Cookies
Potato Chip Cookies

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4 Kommentare

  1. Annika sagt:

    Dass sich Keksteig im Kühlschrank 2 Tage lang hält halte ich für ein Gerücht. Ich habe neulich Ginger Bread gebacken, der Teig musste auch 2 Tage im Kühlschrank bleiben und als ich ihn dann rausgeholt hab war es plötzlich nur noch die Hälfte 😉

  2. Gabi sagt:

    Hallo, Nidi – ich nehme als „braunen Zucker“ immer ganz unterschiedliche Dinge: Den von Köln (eigentlich ja nur eingefärbt), Roh-Rohrzucker oder eher sehr dunklen, feuchten aus Holland. Unterschiede habe ich da noch nicht bemerkt…

    Und „chewy“ ist eher wie Kuchen, richtig „schmierig“ ungar darf das nicht sein…

    Viele Grüße, Gabi

  3. Nidi sagt:

    Hallo,

    danke sehr, ich bin ein Fan eurer Seite und diese Tipps sind sehr gut.

    Eine Frage habe ich noch, ist mit braunem Zucker der normale Rohrohrzucker oder der sehr feuchte und dunkle Mascovado Zucker gemeint? Das frage ich mich schon sehr lange und währe um eine Antwort dankbar.

    Wie genau ist der Chewy-Zustand? Meine werden immer weich wie Kuchen, aber nicht klebrig chewy wie fertige Cookies. Mich würde echt mal interessieren, wie die Cookies in den USA tatsächlich sind.

    Liebe Grüße
    Nidi
    von Biologisch-Lecker Blog

  1. 4. Juli 2018

    […] einen sehr schönen Artikel rund um Chewy Cookies gibts bei USA Kulinarisch. Sehr lesenswert, vor allem wenn man ab und an mal doch eher zu Knusprige Cookies aus dem Ofen […]

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