Wenn’s nicht heiß genug sein kann: Chilis selber ziehen

ChilischoteWer gerne scharf isst und dafür spezielle Chilisorten benötigt, steht oft auf verlorenem Posten. Denn spezielle Sorten unterschiedlichster Schärfegrade wie Habaneros, Pumpkin oder Chiltepin sind nirgendwo erhältlich. Die Lösung heisst: Selber anbauen! Die Experten vom Scovilla-Shop bieten nicht nur die passenden Samen an, sondern haben uns auch einen Crashkurs für die Anzucht und Pflege von Chilipflanzen geschrieben.

1. Ab wann sollte ausgesät werden?

Rechnen Sie je nach Chilisorte mit einer Dauer von 60 bis 150 Tagen, bis die Früchte voll ausgereift sind. Es empfiehlt sich, ab Mitte Januar bis Mitte März mit der Aussaat zu beginnen, um einen Wachstumsvorsprung zu haben, wenn die Pflanzen nach draußen gegeben werden.

2. Vorbereitung und Zubehör

Alle Samen zum Einweichen für 12-24 Std. in ca. 20°C warmes Wasser oder Kamilletee legen. Dadurch verringert sich die Keimzeit der Samen erheblich. Gute Samen sinken zu Boden und schlechte schwimmen auf der Oberfläche.
Grundsätzlich empfiehlt sich gleichbleibende Temperatur und Feuchtigkeit in Zimmergewächshäusern. Zur Aussaat sollte man qualitativ hochwertige, vorher durchgesiebte Anzuchterde verwenden. Darin sollte eine hohe Luftfeuchtigkeit bei einer Temperatur von 26°-30°C herrschen.

Die zuvor gereinigten Anzuchttöpfe (z.B. auch Joghurtbecher, o.ä.) werden mit Erde befüllt, diese wird etwas festgedrückt. Mit einem spitzen Gegenstand (z.B. Kugelschreiber o. Bleistift werden ca. 5mm tiefe Löcher in die Erde gestochen und die Samen hineingelegt. Nun kommt Erde darüber und wird wieder etwas angedrückt. Am Ende werden die Töpfe gewässert – wenn möglich mit Regenwasser. Nicht zu nass halten, nur befeuchten, sonst droht Schimmel. Zimmer-gewächshäuser leicht offen halten.

3. Wichtig: Die richtigen Lichtverhältnisse

Nach ein bis zwei Wochen sollten einige Chilis die Köpfe aus der Erde strecken. Sie brauchen nun ausreichend Licht. Gerade in den Wintermonaten ist das natürliche Sonnenlicht zu gering. Die Blätter können gelb werden, die Stiele dünn.
Kunstlicht in Form von Leuchtstoffröhren (auch: fluoreszierenden Pflanzenlampen) kann für Abhilfe sorgen. Die Fassungen sollten ca. 20cm über den Pflanzen hängen und 12-14 Std. leuchten.

Chilianzucht4. Pikieren (Umsetzen, Vereinzeln)

Sobald sich das zweite echte Blattpaar (nach den Keimblättern) entwickelt hat, wird in gute(!) Blumenerde (Tomatenerde) umgefüllt. Manch Experte mischt Torf, Kompost oder Kies hinzu. Die optimalen Wachstumsbedingungen sind aber natürlich je Chilisorte unterschiedlich.

Um die kleinen Pflänzchen sicher aus ihren Töpfen heraus zu bekommen, drücken Sie die Seiten des Topfes zusammen und lassen alles vorsichtig heraus rutschen. Die kleinen Pflanzen werden von der überschüssigen Erde befreit, dabei wird auf die kleinen zerbrechlichen Wurzeln geachtet. Nun kann alles in größere Töpfe (ca. 12 cm) umgetopft werden. Dazu werden die Pflanzen mit dem gesamten blattlosen Stiel in die Erde eingepflanzt. Die Düngung erfolgt flüssig, über diverse Zubereitungen (Brennesseljauche, o.ä.). Eventuell ist weniger dabei oft mehr.

5. Ab ins Freie mit den Chilipflänzchen

Wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, werden die Pflanzen in entsprechend große Kübel (12-25 Liter) oder ins Beet gesetzt (Windschutz!), dort erfolgt die Düngung mit Pferdemist und Kompost. Die Pflanzgefäße sollten genügend Platz für eine starke Wurzelbildung erlauben. Tongefäße „atmen“; schwarze Plastikbehälter ziehen Wärme an und speichern die Feuchtigkeit besser. Wir finden: Terrakotta sieht einfach schöner aus. 😉

Chiltepin am StrauchDie Schädlings- und Krankheitsbekämpfung sollte ausschließlich über Nützlinge und Kräuterbrühen erfolgen. Bei ausreichender Luftfeuchtigkeit sollte sich der Schädlingsbefall in Grenzen halten. Falls ein Blattlausbefall auftritt, sollte dieser sich im Freien wieder normalisieren. Bei uns hat sich schlichtweg ein kleiner Spritzer Pril ins Bestäubungs-Wasser bewährt. Wichtig: Gegen Läuse insbesondere auch unter den Blättern sprühen.

Nach dem Abernten im Herbst werden die Pflanzen größtenteils entblättert und beziehen ihr Winterquartier in einem hellen Raum bei ca. 15-18°. Anfang März werden die Pflanzen zurückgeschnitten, damit sie bis Anfang Mai wieder Blattmasse aufgebaut haben, um sie wieder nach draußen zu setzen.

Fotocredits

Rote Chilischote: Gabriela Neumeier / pixelio
Töpfe mit Chilipflänzchen: Sebastian Karkus / pixelio
Grüne Chilischote am Strauch: Volker Ehrle / pixelio

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2 Kommentare

  1. Maren sagt:

    danke für die Tipps. Meine Versuche sind fast alle fehl geschlagen.

  2. Marion sagt:

    Ich hab schon mal probiert, Chilli selbst anzubauen. Leider ohne Erfolg. Sollte ich wieder mal Muße und Lust haben, selbst Chilli zu ziehen, werde ich es mit Samen von Scovilla Shop versuchen. Danke für den Tipp.

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